Auch männliche Lehrer wissen nichts vom Huhn und dem Ei

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Als Klassenbeste wurden Rebecca Schürmann (Klasse 10a, 2. v. l.) und Can Varli (10b, 2. v. r.) geehrt. Der Fördervereins-Vorsitzende Dirk Babucke (Mitte) übergab Buchgeschenke.

Werdohl - „Ihr seid Teil einer Spaßgesellschaft, die sich fragt: Rechtschreibung, was ist das?“, sagte die stellvertretende Leiterin der Realschule Ulrike Schulte-Schürholz. „Aber ich denke: Wissen ist Macht“, schrieb sie den Abschluss-Schülern am Freitag kurz vor der Zeugnisübergabe wohlmeinend ins Stammbuch. Sie vertrat den erkrankten Schulleiter Bernd Bunge.

Von den 48 Schülern der Klassen 10a und 10b schafften 46 den Realschul-Abschluss. Einer erreichte den Hauptschulabschluss, Klasse 10, einer Klasse 9. Die Qualifikation fürs Gymnasium erreichten 26 Schüler. Einige werden weiter zu verschiedenen Schulen gehen, neun beginnen eine Ausbildung, einer macht ein freiwilliges soziales Jahr.

Die beiden Abschlussschülerinnen Eva Erdmann und Rebecca Schürmann bemängelten in ihrem launigen Grußwort, dass sie nach sechs Jahren an der Realschule nun immer noch nicht wüssten, ob nun das Huhn oder das Ei zuerst da war. Aber sie hätten gelernt, nie aufzugeben. Vor sechs Jahren hätte die neue Schule ihnen Respekt eingeflößt, sei sie doch viel größer als die Grundschule gewesen – und erstmals hätten sie auch männliche Lehrer gehabt. Doch schnell seien sie aufgetaut und hätten auch Klassenbuch-Einträge gesammelt.

Der stellvertretende Bürgermeister Dirk Middendorf forderte die Abschluss-Schüler auf, stolz auf das Erreichte zu sein, immerhin hätten sie insgesamt zehn Jahre intensiv dafür gearbeitet und hätten dabei mit ganz unterschiedlichen Charakteren klar kommen müssen. Ihre Kreativität und ihre Teamfähigkeit machten sie aber nun zu Hoffnungsträgern der Gesellschaft.

Abschlussfeier der Realschüler

Andreas Thoss sprach das Grußwort der Lehrer. Er schockte seine Ex-Schüler damit, dass er zunächst in englischer Sprache zu reden begann. Dann aber lobte er sie in Deutsch: „Ihr lasst andere von euren Fähigkeiten profitieren, nutzt nicht eure Ellenbogen – und das ist heute eine Seltenheit.“

Co-Schulleiterin Schulte-Schürholz mahnte die Schüler weiter: „Ihr denkt, mit den Vorschriften sei es nun vorbei. Doch: Neue Herausforderungen warten auf euch.“ Und sie dankte dem Kollegium: „In der heutigen Zeit müsst ihr nicht nur unterrichten, sondern auch immer mehr erziehen.“

Als Klassenbeste wurden Rebecca Schürmann (Klasse 10a) und Can Varli geehrt. Beide seien nur knapp an der Traumnote 1,0 vorbei geschrammt.

Zwischen den Reden spielte immer wieder das Schulorchester unter der Leitung von Thorsten Leppert. Er dirigierte seine Musiker dabei nicht nur, sondern spielte währenddessen selbst auch noch einhändig Trompete. Bei einem Medley aus dem „High School Musical“ begeisterten bei den Darbietungen insbesondere die beiden Schlagzeuger.

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