Das Atelier von Annette Kögel wird zehn Jahre alt

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Mit fachmännischem Blick und nicht ganz ohne Stolz betrachtet Annette Kögel die Werke ihrer Schützlinge, die diese zum Zehnjähriges des Kögelschen Ateliers am Samstag ausstellten.

Werdohl - Einst arbeitete Annette Kögel im Marketing-Bereich der Firma Voßloh. Doch dann folgte sie einem inneren Ruf. Von 2000 bis 2005 studierte sie in Bochum Malerei und Grafik. Vor nunmehr zehn Jahren eröffnete sie in dem Haus an der Neuenrader Straße, in welchem sie schon seit 1990 wohnte, ein Atelier.

Die Anfänge waren schwer. Zunächst kamen nur zwei Teilnehmerinnen zu ihren wöchentlichen Malkursen. Und auch mit ihrer eigenen Kunst hatte sich Kögel vor einem Jahrzehnt noch keinen großen Namen gemacht. Das änderte sich aber bald. Einige ihrer Schüler halten ihr bereits seit einer Dekade die Treue.

Und so zeigt sich die heimische Künstlerin dankbar. Als sie am Samstag die Tür zu ihrem Atelier und dem angrenzenden Garten öffnete, fanden sich dort zahlreiche Kunstwerke – Skulpturen wie Gemälde –, doch kein einziges Stück war von Kögel selbst.

Alle präsentierten Werke stammten von ihren Schülern – insgesamt 25 Nachwuchs-Künstler. Die Stilrichtungen, die da zu bestaunen waren, waren so unterschiedlich wie die Größen. Kleinst-Gemälde im Format 10 mal 10 Zentimeter hingen neben Großflächigem mit Maßen von einem mal 1,5 Meter. Teils rostige Sterne und Kugeln machten aus dem Grünbereich draußen einen wahren Traum-Garten.

Das Atelier im Haus befand sich einst im Dachgeschoss, später in der mittleren Etage und nun – seit 2009 – im unteren Bereich. Doch ganz gleich, wo Kögel wirkt, sie weckt in ihren Schülern die Lust auf Kreativität. „Nun, ein bisschen Talent macht die ganze Sache vielleicht ein bisschen einfacher“, räumt die heimische Künstlerin ein. Doch: „Alles ist möglich.“ Besonders jungen Menschen rate sie, sich auszuprobieren. „Es bieten sich immer auch andere Chancen im Leben.“

Kreativität lasse sich durchaus auch erlernen, ermuntert sie überdies diejenigen, die ihr Talent noch nicht erkannt haben. Und so ruht auch sie selbst sich nicht aus auf dem, was sie schon weiß. Immer noch verbringt sie jedes Jahr 14 Tage in Trier, wo sie sich bei einer befreundeten Künstlerin weiterbildet.

„Ich möchte nichts anderes mehr machen“, hat Kögel ihren Lebensweg gefunden. „Wichtiger als Talent ist auf jeden Fall, dass man Spaß bei dem hat, was man tut“, sagt sie – denkt nach – und ergänzt: „Naja, ohne Talent hat man wohl auch keinen Spaß, wenn einem immer alles misslingt.“

Ihren Schülern misslingt jedenfalls nicht so viel. Das bewies die Ausstellung, die am Samstag die Besucher begeisterte.

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