Arbeitsplätze bei den Kliniken in Gefahr

+
Hier ein Foto aus dem Nachbarschaftshilfezentrum Pungelscheid aus dem Jahr 2012.

Werdohl - Konkret will sich keiner der Gesprächspartner äußern, doch die mehr als sieben Jahre währende Zusammenarbeit zwischen der Wohnungsgesellschaft Werdohl (Woge) und dem ambulanten Pflegedienst der Märkischen Kliniken scheint vor dem Aus zu stehen.

Von Volker Heyn

Wie bereits in früheren Jahren berichtet, plant die Wohnungsgesellschaft schon seit 2011 ein drittes Nachbarschaftshilfezentrum (NHZ) auf der Königsburg. Hier scheint es so, dass die bisherigen Partner mit dann neuen Bedingungen für die bisherige Vereinbarung nicht auf einen Nenner kommen. Falls der ambulante Dienst der Märkischen Kliniken nicht mehr in den beiden bestehenden NHZ in Ütterlingsen (sechs Wohnungen für je zwei Mieter) und in Pungelscheid (21 Einzelwohnungen) tätig sein wird, stehen in beiden Häusern Arbeitsplätze auf dem Spiel.

Hinter vorgehaltener Hand wird in beiden NHZ von Mitarbeiterinnen und natürlich auch von Bewohnern über bevorstehende Veränderungen gesprochen. Konkret sagt dort niemand etwas – dennoch geht bei Mitarbeiterinnen spürbar die Angst vor dem Arbeitsplatzverlust um, bei den Bewohnern gibt es Furcht vor Veränderung ihrer gewohnten Betreuung und Versorgung. Bewohner berichteten zum Beispiel, dass die Gemeinschaftsräume und auch die Küchen durch Klinik-Mitarbeiter inspiziert worden seien.

Von Christine Lehnert, der Leiterin des ambulanten Pflegedienstes der Märkischen Kliniken und gleichzeitig Verwaltungsleiterin und Pflegedienstleiterin der Werdohler Stadtklinik gibt es dazu nur eine offizielle Stellungnahme: „Die Märkischen Kliniken sind weiterhin an einer Zusammenarbeit mit der Wohnungsgesellschaft Werdohl interessiert.“ Zwischen der Woge und den Märkischen Kliniken gebe es aber definitiv keine vertraglichen Bindungen, erklärt Christine Lehnert. Jeder Woge-Mieter, der in den beiden NHZ lebe, vereinbare einen individuellen Vertrag mit den Märkischen Kliniken. Darin seien pflegerische Leistungen ebenso wie haushaltsnahe Dienstleistungen festgelegt. Niemand sei gezwungen, den Dienst der Kliniken zu nutzen, Pflegeleistungen oder andere Dienstleistungen könnten genauso gut über jeden anderen Anbieter auf dem Markt bezogen werden.

Auch Ingo Wöste, der sonst so überaus auskunftsbereite Geschäftsführer der Wohnungsgesellschaft, gibt sich bei diesem Thema ungewohnt zugeknöpft: „Dazu gibt es von mir keinen Kommentar.“ Die Frage, ob ein Wechsel des Pflegedienstes in den beiden bestehenden NHZ bevorsteht, ließ er ebenfalls unbeantwortet.

Die Woge hatte das Nachbarschaftshilfezentrum in Ütterlingsen am 1. Dezember 2007 bezogen. Mit dem ambulanten Dienst der Märkischen Kliniken sei lediglich eine Vereinbarung getroffen worden, betonte Wöste immer wieder, einen bindenden Vertrag gebe es nicht. Das sei aus rechtlichen Gründen nicht möglich gewesen, weil sonst ein NHZ als Pflegeheim angesehen würde. Nach dem Vorbild in Ütterlingsen wurde am 1. Juli 2010 das Haus in Pungelscheid eingerichtet.

Die erste Vereinbarung der Woge mit den Kliniken wurde 2007 mit Elmar Schmidt getroffen, auf Schmidt folgte Thomas Häcker, jetzt seit Mitte 2014 Christine Lehnert. Mitte 2014 hat Dr. Thorsten Kehe die Geschäftsführung der Kliniken übernommen, er folgte auf Dr. Schwilk.

Die hauswirtschaftlichen Dienste in beiden Häusern koordiniert Sandra Ormeloh, sie ist seit 2009 bei den Kliniken angestellt.

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare