Geriatrische Frührehabilitation kommt an die Stadtklinik

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Durch geriatrische Frührehabilitation, wie sie demnächst auch die Stadtklinik anbieten wird, sollen Senioren nach schweren Erkrankungen wieder Alltagskompetenz erlangen.

Werdohl - An der Werdohler Stadtklinik soll zum 1. April eine geriatrische Frührehabilitation eingerichtet werden. In der neuen Abteilung sollen betagte Patienten nach schweren Erkrankungen oder Operationen wieder fit gemacht werden für den normalen Alltag.

Die geriatrische Frührehabilitation soll in der vierten Etage des Krankenhauses angesiedelt werden, dort, wo bis vor knapp sieben Jahren die Geburtshilfeabteilung untergebracht werden. Das bestätigte Christine Lehnert, Verwaltungsleiterin der Stadtklinik, am Dienstag auf Anfrage der Redaktion. Die neue Abteilung solle 27 Betten umfassen. Ziel der geriatrischen Frührehabilitation ist die Wiederherstellung der individuellen Selbstständigkeit und die Vermeidung von Pflegebedürftigkeit von älteren Patienten nach einer schweren Erkrankung.

Offenbar haben sich die Märkischen Kliniken mit ihren Plänen, die geriatrische Frührehabilitation an der Werdohler Stadtklinik anzusiedeln, gegen die Krankenkassen durchgesetzt, die einen größeren Klinikstandort wie zum Beispiel Lüdenscheid präferiert haben sollen. „Für uns stand nie infrage, dass die neue Abteilung in Werdohl angesiedelt werden soll. Sie sichert natürlich auch diesen Standort“, erklärte Lehnert, dass die Senioren-Reha für die Stadtklinik ein weiteres wirtschaftliches Standbein werden könnte.

Bis zum 1. April soll die frühere gynäkologische Abteilung, die zum 31. März 2009 geschlossen worden war, nun renoviert, umgebaut und behindertengerecht eingerichtet werden. „Wir wollen möglichst alles auf einer Ebene anbieten“, sagte Christine Lehnert zu den Plänen, an der Schulstraße eine wohnortnahe Alternative zu einer Reha-Klinik aufzubauen. Die geriatrische Frührehabilitation ist für Patienten gedacht, die beispielsweise nach einem Unfall, einem Schlaganfall oder einer schweren Operation zwar nicht mehr stationär im Krankenhaus behandelt werden können, für die aber auch eine Entlassung nach Hause noch zu früh käme. „Ziel ist es, die Ressourcen der Patienten so zu mobilisieren, dass sie in ihrem Alltag besser zurecht kommen“, erläuterte Lehnert.

Aus Sicht der Deutschen Gesellschaft für Physiaklische Medizin und Rehabiliutation besteht kein Zweifel daran, dass Rehabilitation frühzeitig, umfassend und als einheitlicher Vorgang stattfinden muss, damit die Rehablitationschancen der Patienten optimal genutzt werden können. Daher sollte so früh wie möglich bereits im Akutkrankenhaus mit strukturierten Behandlungsmaßnahmen wie Ergotherapie, Physiotherapie und Logopädie begonnen werden. Ebenso ist eine spezielle pflegerische Unterstützung erforderlich, damit die Patienten baldmöglichst wieder Alltagskompetenz einüben und erlangen.

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