21. Sauerländer Apfelfest auf dem Hof Crone

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Christian Crone (links) und Gerd Eppe gehen hoch hinaus, um für das Sauerländer Apfelfest zu werben, das am Sonntag zum 21. Mal auf Dösseln stattfinden wird. Die Besucher können sich wieder auf ein großes Angebot nicht nur an Äpfeln freuen.

Werdohl - Äpfel gibt es in vielen Variationen. Die Gattung der Kernobstgewächse umfasst etwa 50 Arten, vom Kulturapfel sind mehr als 800 Sorten bekannt. Einige davon können Interessierte am Sonntag, 16. Oktober, beim Apfelfest auf dem Hof Crone kennen lernen. Und es werden noch Früchte zu sehen sein, die man im ersten Moment gar nicht mit Äpfeln in Verbindung bringt.

Frisch gepresster Apfelsaft, duftende Waffeln, Reibeplätzchen und Apfel-Federweißer sollen am Sonntag die Genießer auf den großen Bauernhof am Rande der L 655 zwischen Werdohl und Lüdenscheid locken. Mehr als 60 Stände und Attraktionen erwarten die Besucher beim 21. Sauerländer Apfelfest auf Dösseln. Bauer Christian Crone ist schon seit fast zwei Wochen damit beschäftigt seinen Hof für diese Großveranstaltung vorzubereiten.

Beginnen wird das Apfelfest, das die Familie Crone gemeinsam mit dem Naturschutzzentrum Märkischer Kreis veranstaltet, um 10 Uhr mit einer ökumenischen Andacht. Erstmals wird diese gestaltet von Pfarrer Thorsten Brinkmeier aus der Rahmede. Danach wird sich wieder alles um die Äpfel drehen, und damit sind nicht nur die Äpfel gemeint, die auf Bäumen wachsen.

Apfelsorten bestimmen lassen

Selbstverständlich stehen die süßen bis süß-sauren Vertreter der beliebtesten Obstsorte der Deutschen – ganze 17 Kilogramm Äpfel verspeist der Bundesbürger durchschnittlich pro Jahr – im Mittelpunkt. Wer daheim selbst einen Apfel- oder Birnbaum hat, die Sorte aber nicht kennt, kann sie am Sonntag für 1,50 Euro auf dem Hof Crone bestimmen lassen. Dazu müssen drei bis fünf Früchte mitgebracht werden, damit die Experten des Naturschutzzentrums die Sorte sicher bestimmen können. Viele Varianten des Kernobstes werden am Sonntag zudem in einer umfangreichen Sortenausstellung präsentiert.

Fotostrecke vom Apfelfest 2015

20. Sauerländer Apfelfest

Aber auch viele Kartoffelsorten können die Besucher des Apfelfestes kennenlernen, obwohl sie eigentlich gar nicht mit Äpfeln verwandt ist. Aber immerhin trägt sie in südlichen Gefilden den Apfel in ihrem Namen: in Bayern, Österreich und der Schweiz heißt sie Erdapfel, ebenso in Frankreich (pomme de terre). Also liegt es doch nahe, die Kartoffel auch bei einem Apfelfest zu berücksichtigen, zumal auch die Erntezeit der Früchte nahe beieinander liegt. Und noch eine dritte „Apfel“-Variante erwartet die Besucher: Thomas Wegener aus Lünen wird ein breites Sortiment alter Tomatensorten vorstellen. „Der beliefert damit auch viele Gourmet-Restaurants“, weiß Christian Crone über den gelernten Gärtner und Hobby-Koch.

Tomate ist eine entfernte Verwandte

Doch was hat nun die Tomate wieder mit dem Apfel zu tun? Botanisch überhaupt nichts, denn sie gehört zur Familie der Nachtschattengewächse, während der Apfel ein Rosengewächs ist. Rein äußerlich sind sich die beiden Früchte aber durchaus ähnlich, was wohl Österreicher und Italiener bei der Namensgebung für die Tomate inspiriert hat: In der Alpenrepublik heißt sie Paradiesapfel, auf dem Apennin wird sie als Goldapfel (pomodoro) bezeichnet.

Neben Äpfel, Erdäpfeln und Goldäpfeln gibt es aber noch mehr zu entdecken und zu erleben bei der 21. Auflage des Sauerländer Apfelfestes. Naturschutzverbände, Imker und die Verbraucherberatung werden an ihren Ständen jede Menge Informationen bieten, alte Handwerkstechniken wie das Seifesieden oder das Bürstchenmachen werden demonstriert und Holzarbeiten werden vorgeführt. Theodor Steiling aus Beelen im Münsterland wird mit seinem mit Muskelkraft betriebenen Mähdrescher vorbeikommen und Karl-Heinz Tacke aus Nachrodt-Wiblingwerde wird in der Rollenden Waldschule zeigen, was in Feld, Wald und Flur so alles kreucht und fleucht.

Erstmals wird die Familie Koepke aus Halver mit einem breiten Sortiment an ausgefallenen Trockenfrüchten dabei sein. Die Werdohler Grundschulen werden Apfel-Kunstwerke aussstellen und der Kindergarten Budenzauber wird ein umfangreiches Programm für die jungen Besucher anbieten, unter anderem einen Jungfarmer-Parcours.

Wettbewerb im Kartoffelschälen

Einen Wettbewerb wird es auch geben, und bei dem dreht sich dann wieder alles um die Kartoffel, pardon: den Erdapfel. Dabei geht es darum, innerhalb von 30 Sekunden eine möglichst lange Schale von der Feldfrucht zu schälen.

Für die musikalische Begleitung des Apfelfestes wird der Musikzug des Versetaler Schützenvereins sorgen, zudem ist für 13 Uhr ein Jagdhornbläser-Auftritt vorgesehen.

Parkplätze stehen auf Dösseln in ausreichender Anzahl zur Verfügung. Den Parkplatzdienst wird gegen eine kleine Gebühr die Werdohler Jugendfeuerwehr übernehmen. Allerdings können Besucher für 1 Euro pro Strecke auch den Shuttledienst in Anspruch nehmen, den der Bürgerbusverein zwischen dem Werdohler Bahnhof und dem Hof Crone anbietet. „Dann macht auch das Probieren des Sauerländer Apfelbrandes größere Freude“, sagt Gerd Eppe vom Naturschutzzentrum mit einem Schmunzeln.

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