Anwohner Herbscheider Weg beim Nachbarschaftsfest

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Reinhild Breitung, Gerda Engelhardt und Gitta Lander (von links) waren Ideengeber der Hebscheider Flagge.

Werdohl - Gerda Engelhardt kann es erst gar nicht glauben als Inge Alberts plötzlich vor ihr steht. Die beiden Frauen rechnen nach. „Vor 30 Jahren haben wir uns das letzte Mal gesehen“, stellt Engelhardt fest.

Das Wiedersehen fand beim Nachbarschaftsfest am Herbscheider Weg statt. Früher gab es regelmäßig ein Fest mit allen Anwohnern – bis 1990. Danach war erst einmal eine Pause. „Wir haben gedacht, dass es jetzt mal wieder Zeit wird“, sagte Kathrin Breitung. Gemeinsam mit Giulia Greco nahm sie die Organisation der Neuauflage des Nachbarschaftsfestes in die Hand. Ein halbes Jahr lang waren sie mit der Planung beschäftigt. Das wichtigste war dabei die Terminabsprache. „Es sollten so viele Leute wie möglich da sein“, erklärte Greco.

Und der Plan ging auf. Nach und nach fanden sich am Samstag sämtliche Nachbarn am Spielplatz Ecke Unterm Bausenberg/Herbscheider Weg ein. Die meisten kamen schwer beladen mit Kuchen, Salaten und anderen Leckereien an. Zahlreich hätten die Anwohner bei den Vorbereitungen geholfen, freute sich Breitung über die Hilfsbereitschaft. Die wird am Herbscheider Weg ganz groß geschrieben. Ebenso der Zusammenhalt und die Geselligkeit.

Zeichen dessen ist die Herbscheider Flagge die Gerda Engelhardt 1984 in den Farben schwarz, grün und blau genäht hat. „Schwarz sind die Seelen, grün die Hoffnung und blau der Zustand“, erklärte die Seniorin lachend. Entstanden war die Idee bei einem gemütlichen Zusammensein mit Reinhild Breitung und Gitta Lander. Die Umsetzung erfolgte prompt. Es handelt sich aber nicht nur um eine Fahne. Vielmehr um ein großes Stück Stoff voller Erinnerungen. Bei jedem runden Geburtstag ab 50, bei Hochzeiten oder anderen Gelegenheiten ist die Fahne dabei. Und nach jedem Mal stickt Engelhardt liebevoll Datum, Namen und Anlass der Feier auf den Stoff.

Auch beim Nachbarschaftsfest durfte die Fahne nicht fehlen. Immer wieder versammelten sich Besucher des Festes davor und schwelgten in Erinnerungen. Das taten auch Gerda Engelhardt und Inge Alberts, die 1966 weggezogen ist und inzwischen in Lüdenscheid wohnt. Es gab einiges zu erzählen, viel ist passiert während der vergangenen 30 Jahre. „Es ist toll, dass wir noch dazu gehören“, freute sich Alberts über den herzlichen Empfang.

Einige ehemalige Anwohner haben an diesem Tag den Weg zum Herbscheider Weg gefunden. Es ist ein Treffen der Generationen, eine Gelegenheit, alte Freunde wiederzusehen.

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