Flüchtlingshilfe kann keine Fahrräder mehr annehmen

Im Fahrrad-Lager der Flüchtlingshilfe ist momentan kein Platz mehr für weitere Spenden. Außerdem müssen die Räder erst aufgearbeitet werden, bevor sie weitergegeben werden können. Bis dahin kann die Flüchtlingshilfe keine Fahrräder mehr annehmen.

Werdohl - „Schaut in die Keller und gebt uns alte Fahrräder!“ – so titelte unsere Zeitung am 17. Dezember im Namen der Werdohler Flüchtlingshilfe. Dieser Aufruf war dermaßen erfolgreich, dass die Aufnahmekapazität für gebrauchte Räder aktuell erschöpft ist.

Lothar Jeßegus, Leiter der Flüchtlingshilfe, schreibt: „Mehrere hundert Telefonate wurden von Andreas Späinghaus und Bernd Mitschke entgegen genommen. Sie haben seither in Werdohl und den umliegenden Städten nahezu täglich Fahrrad um Fahrrad eingesammelt und ins Lager gebracht. Jetzt ist die Lagerkapazität erst einmal erschöpft. Weitere potenzielle Spenderinnen und Spender werden um Verständnis gebeten, dass der Zeitpunkt gekommen ist, für einige Monate eine Pause einzulegen, um die vielen Räder aufzuarbeiten und an die Bedürftigen zu verteilen. Wenn wieder ausreichend Lagerraum und weiterer Bedarf besteht, wird sich die Flüchtlingshilfe erneut melden.“

Frisch aufpoliert und technisch auf Vordermann gebracht, seien einige der abgegebenen Fahrräder bereits in Werdohl unterwegs. Die neuen Eigentümer – Kinder und Erwachsene – seien überglücklich und dankbar, dass sie nunmehr die vielen oft langen Wege zur Schule, zur Trainingshalle oder für die täglichen Einkäufe bequem und einfach mit dem Rad erledigen können.

Andreas Späinghaus, bislang verantwortlich für den Bereich „Gebrauchtes“ bei der Flüchtlingshilfe, hat zum 15. Januar seinen ehrenamtlichen Einsatz im Flüchtlingsnetzwerk Werdohl aus zeitlichen und gesundheitlichen Gründen beendet. An manchen Tagen sei er bis zu 16 Stunden unterwegs gewesen, selbst an Heiligabend hätten ihn noch Abholwünsche erreicht, vor allem aber sein angeschlagener Rücken mache die Möbelschlepperei in diesem Aufgabenbereich unmöglich. Als beruflich Selbstständiger müsse er sich mehr seinen Geschäften widmen.

Späinghaus: „Ich möchte hiermit die Gelegenheit nutzen, um mich ganz herzlich für die vielfachen und unterschiedlichen Spenden, die ich entgegennehmen durfte, zu bedanken. Auch die persönlichen Kontakte und Gespräche mit den Spendern haben mir immer viel Freude gemacht. Ein ganz großes Dankeschön für die gute Zusammenarbeit geht auch an meine ehemaligen Mitstreiterinnen und Mitstreiter beim Flüchtlingsnetzwerk und die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Sozialamt der Stadt Werdohl. Ohne diese enge und gute Zusammenarbeit wäre die Umsetzung der Ziele nicht möglich gewesen.“

Seine private Telefonnummer und seine Handynummer könnten ab sofort nicht mehr für Spendenanrufe zur Verfügung stehen.

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