Alte Schmiede steht zur Besichtigung offen

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Die alte Schmiede in Pungelscheid steht seit 1983 unter Denkmalschutz.

Werdohl - Wegen eines Blitzeinschlags brannte die Burg Pungelscheid im Jahr 1797 bis auf die Grundmauern ab. Auf ihrem Gelände wurde 1828 eine Schmiede errichtet. Diese steht heute unter Denkmalschutz und kann besichtigt werden.

Wer sie erbaut hat, ist nicht genau bekannt. „Leider gibt es zu der alten Schmiede nicht viele überlieferte Schriften“, erklärt der Werdohler Arno Märtin, der sich intensiv mit der Geschichte Pungelscheids auseinander gesetzt hat.

„Früher bestand ja kein sonderliches Interesse an dem Gebäude, es wurde zum Arbeiten genutzt und mehr nicht.“ Höchstwahrscheinlich habe die Schmiede zum Neuenhauser Gut gehört, sagt Märtin. Als das Gebiet durch eine Erbteilung zersplittert sei, ging die Schmiede vom Besitz der Familie Mayweg in den der Familie Klüppelberg über.

Bei der Schmiede handelt es sich um ein eingeschossiges Bruchsteingebäude, das stark mit Efeu bewachsen ist. Familie Klüppelberg und die Bauern der umliegenden Höfe nutzten sie vor allem als Huf- und Wagenschmiede, bis sie im Jahr 1950 stillgelegt wurde.

Eine neue Esse für die Schmiede

Die Stadt Werdohl renovierte die Schmiede in den 1980ern mit Hilfe des Märkischen Kreises und des Westfälischen Amtes für Denkmalpflege. Dabei besserten die Restauratoren das Mauerwerk aus, bauten eine neue Esse ein und richteten die Feuerstelle wieder her.

Am 7. Dezember 1983 stellte die Stadt das Gebäude unter Denkmalschutz. In der Denkmalakte der Schmiede heißt es, sie habe „ortsbildprägenden Charakter“, was auch der Grund für den Denkmalschutz ist.

Seit mehr als 20 Jahren steht die Schmiede im Besitz des Ehepaars Brüser, das in einem Haus auf dem Anwesen wohnt. Davor hat das Ehepaar in Halver gelebt. „Wir waren damals auf der Suche nach einem ländlichem Wohnort. Da zu dem Haus auch ein Pferdestall gehört und meine Frau reitet, fiel unsere Wahl dann auf Pungelscheid“, erzählt Wolfgang Brüser.

Bislang wenig Besucher

Wer die Schmiede besichtigen möchte, kann sich bei Brüsers anmelden. „Das Interesse ist aber eher gering“, sagt der Besitzer. „Abgesehen vom Tag des offenen Denkmals hatten wir in der ganzen Zeit nur etwa vier Gruppen zur Besichtigung in der Schmiede.“

Der Blasebalg in der Schmiede stammt aus dem Jahr 1832. Die Feuerstelle wurde in den 1980ern wieder hergerichtet.

Der Tag des offenen Denkmals findet jedes Jahr am zweiten Sonntag im September statt. Wie viele Denkmäler geöffnet haben, hängt jedoch von den Besitzern ab. Schließlich stünden die meisten Werdohler Denkmäler in privatem Besitz, erklärt Hartmut Erkmann von der Abteilung Recht, Schule, Kultur und Sport der Stadtverwaltung.

Privat wird das Gebäude eher selten genutzt. „Hauptsächlich kümmern wir uns nur um die Instandhaltung der Schmiede. Vor allem der Efeu muss regelmäßig gestutzt werden, damit er nicht in das Dach der Schmiede hinein wächst“, erklärt Brüser. 

Von Anna-Sophie Kölsche

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