Abwasser ab Januar teurer, Müllabfuhr billiger

Werdohl - Die Gebühren für die Müllabfuhr im üblichen Umleersystem werden gegenüber dem Vorjahr um 5,1 Prozent gesenkt. Die Gebühr pro Person und Einwohnergleichwert sinkt ab Januar von derzeit 91,87 Euro auf nur noch 87,16 Euro.

Der Hauptausschuss wird kommenden Montag (17 Uhr, Rathaus, öffentliche Sitzung) diesen und weitere Umlagehaushalte beschließen. Umlage bedeutet, dass die Kosten für die Müllabfuhr ebenso wie die für die Abwasserbeseitigung auf die Anwohner umgelegt wird. Ein Gewinn wird nicht erzielt.

Der Zweckverband für Abfallbeseitigung hat der Stadt Werdohl Ende Oktober per Mail mitgeteilt, dass die vorläufige Verbandsumlage 2016 2,046 Millionen Euro betragen wird. In 2015 musste die Stadt Werdohl 2,154 Millionen Euro aufbringen. Die Kosten sinken aus zwei Gründen: 12 000 Euro wird es für Werdohl billiger, weil Behältermieten und Behälteraustauschkosten günstiger geworden sind. Die Umlage für die Entsorgungsgebühr sinkt um 68 000 Euro, weil es voraussichtlich weniger Müll geben wird. Der Anteil für die übrigen Kosten für Transport und Abfallbeseitigung sinkt um 28 000 Euro. Insgesamtwird es also um 108 000 Euro günstiger.

Die Berechnungen gehen von einer Gesamttonnage von rund 4950 Tonnen in 2016 aus. Die Behälter, die im Wechselsystem geleert werden (volle Tonne wird abgeholt, leere Tonne hingestellt) fassen von den 4950 Tonnen Müll nur 100 Tonnen. Das Umleersystem ist mit 97,98 Prozent das gängige System für die Haushalte. Hier wird die volle Tonne in ein Fahrzeug ausgeleert und die leere Tonne wieder zurückgestellt.

Die fünfprozentige Umlagesenkung bedeutet auch, dass die Stadt kein Geld aus der Sonderrücklage Abfallbeseitigung nehmen muss. Diese 45 000 Euro sollen zur Deckung von eventuellen Fehlbeträgen aus der Abrechnung des noch laufenden Jahres herangezogen werden.

Bei der Finanzierung des Sondervermögens Abwasser bei der Stadt ist die Rechnung komplizierter, hier wird es für die Bürger am Ende auch teurer. Bereits vor gut einem Jahr diskutierte der Hauptausschuss, dass das Sondervermögen strukturell unterfinanziert sei. Ingenieurleistungen für die Erstellung eines Generalentwässerungsplanes können nicht durch die Gebührenumlage finanziert werden. Die Gemeindeprüfungsanstalt hatte Hinweise gegeben, das Problem durch die Einführung eines kalkulatorischen Zinssatzes zu lösen. Dieser Mischsatz besteht aus der tatsächlichen Fremdkapitalverzinsung und aus der Eigenkapitalverzinsung. Die Eigenkapitalverzinsung ist mit vier Prozent festgelegt worden – maximal sind 6,5 Prozent möglich. Damit können 83 500 Euro Mehraufwendungen dargestellt werden, die von den Bürgern bezahlt werden müssen. Nur so sei es möglich, sämtliche Kosten der Abwasserbeseitigung an die Bürger umzulegen.

Die Neuberechnung der Gebühren rückwirkend ab 2014 zeigt jetzt, dass der Preis für ein Kubikmeter Schmutzwasser von 2,63 Euro auf 2,98 Euro steigt. Ein Kubikmeter Niederschlagswasser, eingeleitet in den öffentlichen Kanal, kostet nächstes Jahr 73 Cent, bislang waren es 59 Cent. Die Verwaltung spricht noch von einer vorläufigen Berechnung, da erst die Jahresrechnung 2014 abgewartet werden muss. Differenzbeträge werden dem Gebührenzahler in späteren Jahren ausgeglichen.

Trost für die Steigerung formuliert die Verwaltung so: Trotz der Steigerung befinden sich die Gebühren in Werdohl im Vergleich zu den Nachbarkommunen im unteren Bereich. Einsamer Spitzenreiter ist Altena mit 4,43 Euro pro Kubikmeter Schmutzwasser, Neuenrade verlangt 3,45 Euro, Plettenberg 2,70 Euro.

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