29-Jähriger nach Kneipenschlägerei vor Gericht

Und plötzlich fliegt das Whiskyglas

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Werdohl - Schwer lädiert kam ein Werdohler Gastwirt aus einer handfesten Auseinandersetzung mit zwei Gästen: Er erlitt in der Nacht vom 11. auf den 12. September einen Biss in die linke Augenbraue, eine Platzwunde an der Stirn, eine Prellung der Brustwirbelsäule und Schnittwunden an den Händen.

Zu einer gefährlichen Zeit, gegen 3 Uhr morgens, waren die beiden Gäste schon ordentlich abgefüllt in die Kneipe gekommen, wo es dann irgendwie zum Streit gekommen war.

Die Angeklagten (29 und 30 Jahre alt) schilderten einen Streit um die Zeche, der der Keilerei vorausgegangen sei. Er habe aber alles bezahlt, auch wenn er 16 Euro für zwei Getränke, die er weiteren Gästen ausgegeben habe, als überteuert empfunden habe, erinnerte sich der 29-Jährige. „Ich habe 20 Euro bezahlt und gesagt: ‚Das passt dann so’.“

Weil dann irgendwie ein Whiskyglas durch die Luft flog und die Landung nicht vertrug, habe der Wirt hinter der Theke rumgeschrien. „Da habe ich auch noch das Glas bezahlt.“ Der handfeste Streit sei dann ausgebrochen, als der Wirt zu einem Stock gegriffen habe: Den habe er ihm aus der Hand nehmen wollen, behauptete der 29-Jährige. Zudem beteuerte er, dass er sich nur gewehrt habe: „Ich war zwei Wochen lang krankgeschrieben.“ Auch der Biss in die Augenbraue sei Notwehr gewesen, sagte der Angeklagte.

Richter Dirk Reckschmidt hatte eine Frage, die eine mögliche Alternative zur Klopperei ins Spiel brachte: „Warum sind Sie nicht rausgegangen?“ Der 29-Jährige zeigte sich überrascht: „Das ist eine gute Frage!“ Sein Mitangeklagter hatte seiner Meinung nach ebenfalls eher Gutes im Sinn gehabt: „Ich wollte die beiden auseinanderhalten“, schilderte er seinen Tatbeitrag.

Natürlich hätte nach diesen Schilderungen der Wirt seine Sicht der Dinge darlegen müssen. Doch dieses Unternehmen scheiterte an seinen mangelhaften Deutschkenntnissen. So wurde die Verhandlung ausgesetzt, um zum nächsten Termin einen Dolmetscher für die griechische Sprache zur Unterstützung zu laden.

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