22-jährige Industriemechanikerin und Feuerwehrfrau Lea Langner ist überzeugt

Werdohler Mormonin geht zur Mission nach Hawaii

Lea Langner vor dem Gebäude ihrer Kirche in Hagen.

Werdohl - „Auf Mission zu gehen ist echt cool, das möchten alle jungen Leute, die zu unserer Kirche gehören“, sagt Lea Langner. Die Werdohlerin, die heute ihren 22. Geburtstag feiern kann, ist Mitglied der Glaubensgemeinschaft namens „Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage“.

Am Dienstag beginnt für die junge Frau eine spannende Zeit: Vor einigen Wochen erhielt sie von der in Amerika beheimateten Kirchenleitung in Salt Lake City einen Missionsauftrag, der sie für 18 Monate auf die zu Amerika gehörende Inselgruppe Hawaii führen wird. Zuvor wird sie das Missionarsschulungszentrum in Provo im Bundesstaat Utah besuchen.

„Ich möchte das aus Überzeugung machen“, sagt die junge Frau, deren Eltern, Geschwister und Großeltern ebenfalls Mormonen sind. Sie wolle mit anderen Menschen über ihren Glauben sprechen. „Mit der 16-Jährigen genauso wie mit der 80-jährigen Oma“, stellt Lea Langner fest. Für andere Menschen da zu sein, sei für sie wichtig. „Außerdem hoffe ich, mehr über mich selbst zu erfahren – und darüber, was ich mir vom Leben erhoffe.“

Lea Langner trinkt keinen Alkohol, sie raucht nicht und geht jeden Sonntag in die Kirche. „Das gehört zu meinem Glauben und meine Freunde finden es voll in Ordnung“, erzählt die Werdohlerin. Manchmal stoße sie zunächst auf verständnisloses Kopfschütteln. „Aber wenn ich dann erkläre, warum ich so handele, wird das akzeptiert.“

Lea Langner steht mit beiden Beinen im Leben. Nach dem Schulabschluss absolvierte sie eine Lehre als Industriemechanikerin bei ThyssenKrupp VDM. Sie gehört der Werksfeuerwehr an und ist Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr Werdohl. Dort sitzt die Unterbrandmeisterin mit Maschinistenausbildung am Steuer der Tanklöschfahrzeuge.

Durch ihre älteren Brüder habe sie gelernt, sich durchzusetzen, erzählt die junge Frau. Und ihre Familie habe ihr immer vorgelebt, dass es ihr nicht unangenehm sein müsse, einen anderen Glauben als andere Menschen zu haben: „Meine Familie ist die einzige in Werdohl, die zur Kirche der Heiligen der Letzten Tage gehört“, berichtet die 22-Jährige. Sicher habe auch sie schon einmal an ihrem Glauben gezweifelt. „Dann habe ich mich noch intensiver damit beschäftigt und konnte so feststellen, das dieser Glaube der richtige Weg für mich ist“, erklärt Lea Langner.

Auf der Inselgruppe Hawaii soll die Werdohlerin unter anderem das Besucherzentrum der Kirche mitbetreuen. Zudem will sie Kontakte knüpfen und für ihre Kirche werben. Nach Angaben der Kirche der Heiligen der Letzten Tage, die weltweit mehr als 15 Millionen Mitglieder habe, sind insgesamt 74 000 Missionare für die Glaubensgemeinschaft weltweit ehrenamtlich unterwegs. Sie zahlen ihre Mission aus eigener Tasche. So auch Lea Langner: „Diese Erfahrung ist unbezahlbar. Ich bin dankbar, dass meine Eltern und meine Gemeinde mich unterstützen.“

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