Zugedröhnt, kein Führerschein und ein Messer

Werdohl - Bekifft und ohne Fahrerlaubnis war ein damals 19-jähriger Werdohler am 26. Oktober auf dem Bahnhofsvorplatz unterwegs, wo er einen Unfall baute.

Die Polizei stellte in seinem Fahrzeug einen Brocken Marihuana und ein so genanntes Butterfly-Messer sicher, was dem jungen Mann auch noch Anklagen wegen unerlaubten Waffen- und Drogenbesitzes einbrachte. Immerhin hatte er noch mittelmäßig viel Verstand gehabt, als er den Beamten gegenüber die Personalien und das Geburtsdatum seines Bruders angab.

Völlig unbeeindruckt von dieser Begegnung mit den Ordnungshütern war der junge Mann schon zwei Tage später wieder im Auto unterwegs gewesen, und natürlich hatte er zwischenzeitlich keine gültige Fahrerlaubnis erworben. „Das stimmt alles“, gab der junge Mann zu. Darüber hinaus zeigte er sich allerdings wenig einsichtig. „Du nimmst das alles nicht ernst“, stellte Richter Dirk Reckschmidt fest und stieß immerhin auf einen Ansatz zur Selbsterkenntnis: „Noch nicht ganz“, antwortete der junge Mann auf die Frage, ob er schon erwachsen sei. Eine Geldstrafe war nicht angezeigt – der Angeklagte kämpfte noch mit einem Strafbefehl über 1350 Euro, den er 2015 nach einem Rauschgiftdelikt kassiert hatte, weil er nicht im Gericht aufgetaucht war. Verurteilungen nach dem Jugendstrafrecht pflegen moderater und angemessener auszufallen. Drei Wochen Dauerarrest wollte die Staatsanwältin dem Uneinsichtigen verordnen, doch Richter Dirk Reckschmidt beließ es bei einer Woche „Remscheid“ – „da kannst du mal mit den Profis reden.“ Diesen Tarif akzeptierte auch der Angeklagte, der von seinem abwesenden Anwalt zuvor instruiert worden war, bei einem verhängten Arrest in Berufung zu gehen.

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