Reichlich Situationskomik beim Flitterwochen-Theater

Das Publikum amüsierte sich bestens.

Affeln - Sind Musiker auf einer Bühne Fehl am Platz, wenn sie nicht singen oder Instrumente spielen? Im Falle des MGV Liederkranzes nicht. Denn: Einige der MGV-Mitglieder inklusive einiger „Verstärkungen“ haben durchaus ein weiteres Talent zu bieten: Sie können mehr als passabel schauspielern.

Und das zur Freude des Affelner Publikums, das am Samstag und am Sonntag in den Genuss der Aufführung des Paul Helwig-Stückes Flitterwochen kam. „Hel-b-rich“, rupfte Chorleiter Prof. Dr. Hans Frambach in der Rolle des etwas merkwürdigen Abo-Verkäufers Dr. Erich Stiebel den Nachnamen seines Gegenüber im ersten von drei Akten auseinander. Auf eine Art, die die Zuschauer zum ersten Mal richtig zum Lachen brachte und Lust machte auf mehr.

Die Laienschauspielerei hat beim MGV eine lange Tradition, die Jahr für Jahr mit viel Aufwand und Liebe an der vortragenden Kunst gepflegt wird. Arbeit, die honoriert wird. Nicht, weil man sich im „Dorf“ kennt, sondern weil wirklich gut geschauspielert wird.

In diesem Jahr hatte sich der MGV ein Stück des 1963 verstorbenen deutschen Psychologen Paul Helwig ausgesucht. Eine ordentliche Portion Psychologie steckte auch in dem Stück Flitterwochen, bei dem sich die Hauptcharakteren in ein spannendes Wechselspiel verstricken. Wie könnte es anders sein, es dreht sich um die Liebe. Die Liebe einer Frau zu einem Mann, der seiner künftigen Schwiegermutter so gar nicht gefällt. Was bleibt der Tochter übrig? Sie lässt einen anderen Kerl in die Rolle des potentiellen Schwiegersohnes schlüpfen... Klare Sache: Prof. Dr. Hans Frambach scheint sich in der Rolle des Vorzeige-Schwiegersohnes wohl zu fühlen, sorgt mit seiner Art für reichlich Gesprächsstoff und hält auf der Bühne „den Kessel unter Druck“. Schauspielkunst, Bühnenbild und Garderobe lassen erahnen, wie viel Arbeit die Protagonisten in die Umsetzung des turbulenten Versteckspiels investiert haben.

Der Applaus ist der Lohn des Künstler, und den hatte sich die Laienschauspieler redlich verdient.

-Von Markus Jentzsch

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