Zuckerfest findet erstmals in Stadtbücherei statt

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Die Flüchtlinge Kausar und Mustafa stifteten Süßspeisen.

Neuenrade - Zum Ende des diesjährigen Ramadans hat erstmals in der Stadtbücherei und Zelius das für Muslime so wichtige Fest des Fastenbrechens stattgefunden.

Zu dem Fest, das auch als Zuckerfest bezeichnet wird, hatte die Neuenrader Flüchtlingshilfe gemeinsam mit allen arabisch sprechenden Asylbewerbern eingeladen. Rund 100 Flüchtlinge mit Kindern und ehrenamtliche Helfer waren der Einladung gefolgt. Der Ramadan ist für Muslime der Fastenmonat und im islamischen Mondkalender festgelegt. Nach Ablauf des Fastenmonats findet das mit hohem Stellenwert gekennzeichnete Fest des Fastenbrechens statt.

Sandra Horny von der Neuenrader Flüchtlingshilfe und ihre engagierte ehrenamtliche Mitarbeiterin Cedar Khouri hatten die Idee, das Zuckerfest in den Räumen der Bücherei durchzuführen. Der Vorschlag fand spontan große Zustimmung, die Resonanz war ermutigend und jeder wollte zum Fest etwas beitragen. Die Speisen – überwiegend süßes Gebäck in großer Auswahl und kleinere Geschenke für die Kinder – wurden von den Flüchtlingen gespendet, die Getränke wurden von der Neuenrader Flüchtlingshilfe zur Verfügung gestellt.

Bereits nach kurzer Zeit entwickelte sich am Mittwoch ein unterhaltsames Miteinander, die erworbenen Sprachkenntnisse der Zuwanderer ermöglichten die Unterhaltung und wieder einmal zeigten viele Asylbewerber, dass sie durchaus den Gesprächsverlauf verfolgen und eigene Überlegungen ins Gespräch mit einbringen können. Aus dem gesamten Stadtgebiet waren sie zum Zuckerfest gekommen, darunter auch die Großfamilie, die in Affeln ihre Unterkunft gefunden haben.

Mustafa (30) konnte stolz von einem Praktikum in einem Affelner Betrieb erzählen. Obwohl er erst knappe neun Monate in Deutschland ist, waren es auch bei ihm die Sprachkenntnisse, die spürbar zu guten Anfängen seiner Integration beigetragen haben. Für ihn war es das erste Zuckerfest, das er in Deutschland feiern konnte. Auch Kausar (24) erlebte ihr erstes Fastenbrechen in Deutschland. Eine positive Meinung war auch von Sherin (37) zu hören, die gemeinsam mit ihrem 12-jährigen Sohn Alav sichtlich zufrieden war. Der Junior war offenbar von der derzeitigen EM der Fußballer beeindruckt, denn zwischen Süßigkeiten und Limonade stand für ihn fest, „auch Fußballer zu werden!“

 Zufriedenheit war auch von Sandra Horny, Cedar Khouri und den Ehrenamtlern zu hören: „Wir möchten unseren Flüchtlingen eine eigene Plattform ermöglichen, damit sie das für sie so wichtige Zuckerfest in entsprechenden Räumen und gemeinsam mit uns feiern können“ machte ein zustimmendes Fazit die Runde. Das ungezwungene und lockere Miteinander war nicht zu übersehen, die Atmosphäre stimmte. Spontan vorgetragene arabische, afghanische und armenische Tänze waren auch ein Zeichen von Fröhlichkeit, dass die Neuenrader Flüchtlingshilfe unter viel Beifall mit ihrem Angebot gut aufgestellt ist und auf ein positives Echo stößt.

Der nächste Termin zur gesellschaftlichen Integration findet am Mittwoch, 13. Juli statt, wenn von 15 bis 17 Uhr das 10. Begegnungscafe „Come together“ in der Stadtbücherei / Zelius stattfindet.

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