Xavier Larsson Paez spielt in der Villa auf 

+
Der Stipendiat Xavier Larsson Paez, diesmal an der Seite von Pianist Konstantin Zvyagin, begeisterte.

Neuenrade - Es gibt richtig gute Musiker, die finden sich im Wirrwarr der Noten aufgrund einer ausgefeilten Technik ganz hervorragend zurecht.

Und dann gibt es diejenigen, die in die Musik abtauchen, die scheinbar fühlen, was der Komponist ausdrücken wollte. Sitzend Noten zu spielen, scheint Xavier Larsson Paez ein Graus. Der hochtalentierte Stipendiat der Märkischen Kulturkonferenz für Musik 2015 dirigierte sich während seines Konzerts am Sonntagabend in der ausverkauften Villa am Wall selbst, nutzte seinen Körper, seine Bewegungen, um den Werken noch mehr Ausdruck zu verleihen.

Erstes Stück, erstes Highlight: Ohne großartige Vorwarnung lässt der Saxophonist eine Welle von harmonischen, belebend wirkenden Klängen über das Auditorium branden. Scaramouche von Darius Milhaud hatte sich das vielversprechende Nachwuchstalent als Appetizer ausgesucht – ein Stück, das die Sinne schärfte und die Vorfreude auf die weiteren Stücke anfeuerte.

Sonate an ut aus der Feder von Fernande Decruck ist das krasse Gegenteil. Xavier Larsson Paez beherrscht sein Instrument, entlockt ihm tempogeladene Passagen ebenso wie träumerische Abstecher. Begleitet wurde Paez nicht, wie angekündigt, vom Pianisten Rainer Maria Klaas. Klaas musste kurzfristig passen.

 Paez ließ seine Kontakte zu erstklassigen Musikern spielen und fand mit Konstantin Zvyagin einen hochkarätigen Ersatz. Zvyagin, russischer Herkunft, ist Preisträger russischer und internationaler Wettbewerbe und auf bedeutenden Bühnen im In- und Ausland zu Hause. In Kombination mit Xavier Larsson Paez am Saxophon war das eine wunderbare Mischung, die einen herrlichen Spätsommertag krönte.

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare