Wozu braucht man eigentlich Religion?

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Pater Kamil Pawlak berichtete von seiner Doktorarbeit.

Neuenrade - „Wozu brauchen wir Religion?“ Diese Frage stellten sich zahlreiche katholische Christen am Mittwoch bei einem Vortrag von Pater Kamil Pawlak, der von seiner Doktorarbeit berichtete.

„Wozu brauchen wir Religion?“ Diese Frage stellten sich zahlreiche katholische Christen am Mittwoch anlässlich eines Vortrages von Pater Kamil Pawlak im Philipp-Neri-Haus. Anlass zu dieser Frage war auch die Doktorarbeit des Paters.

Die wissenschaftliche Arbeit wird dabei den Titel „Franziskanische Antwort auf den Ruf der Stadt“ tragen.

In der Ankündigung für den Vortragsabend hatte Pater Kamil formuliert: „Es stellt sich die Frage, ob es eine Zukunft für die Stadt ohne Gott gibt und für eine Gesellschaft ohne Religion.“

Zum Einstieg in das geistliche Szenario ging der Pater auf Gründer und Vorbild des Ordens, Franz von Assisi ein. Dieser sei überfordert von der Stadt gewesen und in die Natur gegangen. Trotzdem habe er sich auch um die Stadt gekümmert und ihr einen neuen Geist geschenkt, erklärte Pawlak.

Darüber hinaus zeigte der Pater eindrucksvolle Stadtbilder und verdeutlichte so die Probleme wie Slums und grenzenlose Bebauung. Über 50 Prozent der Menschen würden seit 2006 in Städten leben, erklärte Pater Kamil. Papst Franziskus habe anlässlich dieser Situation von „UN-Orten“ gesprochen. Der Pater befasste sich dann im Zuge seiner Doktorarbeit auch mit dem Werk „Stadt ohne Gott?“ des baptistischen Professors Harvey Cox. Und über dieses Thema gelangte der Neuenrader Pater dann zur Frage, wozu man die Religion brauche. Die Gäste beteiligten sich eifrig an der nun entstehenden Diskussion, Themen wie die Vermittlung von Werten und persönliche Erfüllung wurden genannt. „Gottes Herz hängt an der Stadt“, betonte Pawlak im Verlaufe des Abends, während er die Rolle der Städte in der Bibel herausstellte. Das theologische Ziel bestehe dabei in der Vereinigung der Menschen.

Darüber hinaus ging der Geistliche auf die geschichtlichen Formen der Stadt ein. So habe es in der Antike die sogenannte Polis gegeben. Dort habe zwar Demokratie geherrscht, Sklaven seien davon jedoch ausgeschlossen gewesen. Hiernach sei die Stadt im Reich mit einem adeligen Oberhaupt entstanden. Es folgte die Stadt im Staat, dann sei die sogenannte Megalopolis entstanden. Diese zusammengewachsenen Metropolen ließen eine Demokratie in riesigen Dimensionen entstehen. Alles werde von Gesetzen geregelt. Die Menschen seien in der Stadt gefangen und vom Weltmarkt getrieben, die Ware sei heilig. Und dies führe zur Vernichtung des Menschseins. Damit gehe auch die Stadt unter, da deren Bildung in der menschlichen Natur liege.

Themen wie die Reaktion der Franziskaner hierauf seien noch in der Planung. Trotzdem riss Pawlak einige Punkte an. So setze der Orden auf die „Profanierung (Entweihung) des Weltlichen“. Selbiges werde der Welt zurückgegeben, weitere Punkte seien die Verehrung Gottes und die Buße .Im Anschluss an den Vortrag wurde weiter diskutiert.

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