Wolfgang Schulte erhält den Neuenrader Bürgerpreis 2016

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Bürgermeister Antonius Wiesemann zeichnet Wolfgang Schulte mit dem Bürgerpreis aus. Der Neuenrader engagiert sich ganz besonders für Jugendliche. Durch sein Projekt werden sie in die Arbeit des Forums Neuenrade einbezogen.

Neuenrade -  Wolfgang Schulte hat den Bürgerpreis 2016 der Stadt Neuenrade erhalten. Bürgermeister Antonius Wiesemann überreichte ihm am Montag im voll besetzten Kaisergarten-Saal die entsprechende Urkunde und den mit 500 Euro dotierten Preis.

Geehrt wurde er für sein ehrenamtliches Engagement, Jugendliche als „VIP Neuenrade“ in die Arbeit des Kulturvereins Forum Neuenrade einzubeziehen.

Wolfgang Schulte habe vor zwei Jahren – so der Bürgermeister seiner Laudatio – bei der Vorstellung eines Werbeflyers angefragt, ob die kulturellen Veranstaltungen auch für Jugendliche geeignet seien.

Nach der Zustimmung der Beteiligten entwickelte er die Idee für ein „Youth-VIP-Projekt“: Damit wird maximal zehn Jugendlichen die Möglichkeit geboten, eine städtische Kulturveranstaltung zu besuchen. Sie dürfen sich während der Veranstaltung wie echte VIP’s fühlen – können mit dem Stadtoberhaupt speisen, sitzen in der ersten Reihe und können hinter der Bühne mit den Künstlern ins Gespräch kommen. Schultes Idee kam gut an und ist nach zwei Kultursaisons keine „Eintagsfliege“ mehr.

Aus dem Projekt heraus haben sich einige Jugendliche zur Mitarbeit bei Kulturveranstaltungen bereit erklärt, ihr Engagement reicht vom Platzanweisen bis hin zur Hilfe für den Techniker.

Dabei solle und dürfe die Bezeichnung „VIP“ nicht nur dafür stehen, dass ihm als Ideengeber ausschließlich die Jugendlichen am Herzen liegen, Wolfgang Schulte will „vernetzen, informieren und profitieren“. In vielen Arbeitsstunden hat er die Website www.vipneuenrade.de entwickelt. Neuenrader Institutionen und Jugendliche können sich darüber vernetzen, ebenso ist einen Facebook-Anbindung vorhanden.

In seiner Laudatio betonte Wiesemann auch, dass Wolfgang Schulte stets ein offenes Ohr für Probleme und Anliegen der Jugendlichen habe. Erst vor wenigen Monaten habe er ihren Wunsch nach einem Bolzplatz an der Ecke Unterer Wemensiepen/ Schütteloher Weg tatkräftig und unbürokratisch unterstützt. Ebenso habe er den Aufbau der jährlich stattfindenden Fußballschule mit initiiert. Generell – so der Bürgermeister – habe es Wolfgang Schulte verstanden, den Jugendlichen auf Augenhöhe zu begegnen.

Zum Tag der Deutschen Einheit erinnerte Wiesemann an den Dichter Hoffmann von Fallersleben, der vor 175 Jahren auf Helgoland „Das Lied der Deutschen“ (spätere deutsche Nationalhymne) als Plädoyer für bürgerliche Freiheit und ein geeintes Deutschland verfasste. Während der Weimarer Republik wurde das Deutschlandlied erstmals als Nationalhymne gesungen, ab 1933 missbrauchten es die Nazis.

Auch nach dem Zweiten Weltkrieg herrschte bei offiziellen Anlässen Zurückhaltung, lediglich die dritte Strophe wurde gesungen. Heute bekenne sich der Bürger zur Nationalhymne und mit stolz und voller Inbrunst werde das „Einigkeit und Recht und Freiheit....“ als Ausdruck der Wiedervereinigung gesungen. Wiesemann würdigte in diesem Zusammenhang auch die Beziehungen zur Partnerstadt Klingenthal, die zu einer echten und tiefgreifenden Freundschaft geführt habe.

Aus Klingenthal überbrachte Gerd Nöbel, der erste stellvertretende Bürgermeister, Grüße. Er betonte, dass inzwischen eine Freundschaft zwischen beiden Städten, deren Einwohnern und Vereinen entstanden sei. Ein starkes und engagiertes Bürgerteam in Klingenthal habe sich erfolgreich den Bestrebungen der Pegida entgegen gestellt. Augenzwinkernd überreichte Nöbel dem Neuenrade Bürgermeister abschließend eine Wanduhr mit den launigen Worten, „...damit die Menschen in Neuenrade wissen, dass wir richtig ticken.“

Vor der Verleihung des Bürgerpreises würdigte Wiesemann das große bürgerschaftliche Engagement, das in Neuenrade spürbar zum Miteinander beitrage. Die Helferinnen und Helfer bezeichnete er als „Kitt, der unsere Stadt zusammenhält und mit Leben füllt“. Stellvertretend für die vielen ehrenamtlichen Aktionen würdigte er das seit 30 Jahren stattfindende Projekt „Kriegsgräberpflege Ysselsteyn“ unter Leitung von Sabine Protzer und Freddy Sip. Neuenrader Jugendliche pflegen Gräber deutscher Soldaten und Menschen aus Europa.

Antonius Wiesemann würdigte auch die letzte großartige Veranstaltung „#Neuenrade trifft sich’. Im Bereich der Niederheide hatten 22 Vereine und Organisationen ihre Fähigkeiten und ihre Ziele gezeigt. Ganz besonders lobte der Bürgermeister das Leader-Projekt „Generationspunkt Altenaffeln“, in dessen Rahmen ein Dorfmittelpunkt entstehe, in dem die Einwohner „leben, lernen und alt werden“ könnten.

Die Veranstaltung wurde musikalisch vom Musikverein Neuenrade und dem Chor Tonträger auf hohem Musikniveau begleitet.

Der Bürgerpreisträger Wolfgang Schulte und – erstmals – die Schützenkönigspaare Thorsten und Tanja Kinkel (Neuenrade), Hendrik Günzel und Svenja Ciss (St. Sebastian, Küntrop) sowie Benjamin Nakajew und Jennifer Henrichs (St. Petrus + Paulus, Affeln) trugen sich ins Goldene Buch der Stadt Neuenrade ein.

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