Ehemalige Waldorfschüler berichten

„Wir würden unsere eigenen Kinder jederzeit zur Waldorfschule schicken“

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Ehemalige der Waldorfschule Neuenrade berichten über ihre Erfahrungen sowie die Möglichkeiten und Vorteile, die eine schulische Ausbildung in einer Waldorfschule mit sich bringt.

Neuenrade - Welche Vorteile und Möglichkeiten bieten sich einem Schüler, der die Waldorfschule besucht hat? Diesen und vielen weiteren  Fragen stellten sich am Donnerstagabend zwölf ehemalige Schülerinnen und Schüler in der Aula der Waldorfschule Neuenrade.

Helga Holtkemper, Lehrerin der Klasse sieben, zitierte dabei aus einer Studie, nach der ehemalige Waldorfschüler als Auszubildende sehr beliebt seien. Sie würden als engagiert, motiviert, pünktlich und zuverlässig beschrieben.

Das läge wohl am Epochenunterricht, der komprimiert gestaltet werde. Der Unterricht sei projektorientiert ausgerichtet und habe klare Strukturen. „Das Geheimnis des Könnens liegt im Wollen“ zitiert Holtkemper, die damit unterstrich, dass jeder, der lernwillig sei, auch etwas erreichen könne. Gemäß Studie hätten Waldorfschüler weniger Schulstress, weniger Schlafmangel und weniger Angst vor der Schule.

Die Selbstdarstellungsfähigkeit werde schon früh geprägt und so lernten die Schüler gleich, sich zu präsentieren. Ein Überblick in alle Berufsgruppen wird den Jugendlichen ab der neunten Klasse geboten: So gibt es ein Landwirtschafts- und ein Betriebspraktikum und in der 11. Klasse dann noch ein Sozialpraktikum.

Der Einblick ins Handwerk werde durch Werken abgedeckt. Unter den zwölf ehemaligen Waldorfschülern, die sich bei der Veranstaltung präsentierten, sind Industriemechaniker, Polizisten, Erzieherinnen, Vermessungstechniker und eine Einzelhandelskauffrau. Ein Bufdi hatte im vergangenen Jahr dort Abitur gemacht und macht nun sein freiwilliges Jahr im Anschluss an der Schule. Einige waren seit der ersten Klasse dort, andere sind erst später auf die Waldorfschule gewechselt, doch alle seien mehr als zufrieden. „Ich komme auch heute noch gerne hierhin zurück, um der Schule einen Besuch abzustatten“, „Die Zeit war positiv und ich erinnere mich gerne daran zurück“, „das Verhältnis zu den Lehrern war immer sehr positiv und die alles an der Schule war immer sehr familiär, denn hier kennt jeder jeden und man ist nicht nur einer unter vielen“, sagten die Ehemaligen .

Die vielen Aktivitäten an einer Waldorfschule, die sonst viele Vorurteile erfahren, hätten durchaus Vorteile für das Leben mit sich gebracht, darin sind sich die jungen Erwachsenen einig. Auch wenn die Eurythmie alltäglich und überall belächelt würde, so ist man sich einig, beim Sport Vorteile zu haben. Rhythmik und Koordination würden gefördert und man nehme seinen Körper besser wahr. Das soziale Verhalten erfahre zudem in der Waldorfschule einen hohen Stellenwert.

Auch heute noch kommen die ehemaligen Waldorfschüler mit Vorurteilen in Berührung und manchmal schämt sich der eine oder andere auch, aber dadurch seien auch schon viele Diskussionen entstanden, die neue Chancen eröffnet hätten. Alle Berufler sind sich einig: „Wir würden unsere eigenen Kinder jederzeit zur Waldorfschule schicken, denn wir blicken auf eine tolle Zeit zurück.“

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