Windkraft: Pessimismus bei Befürwortern

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Windenergieanlagen. Symbolbild

Neuenrade - Nicht gerade euphorisch klingt das, was man im Windbrief Südwestfalen liest: „Windkraft findet in Südwestfalen praktisch nicht statt“.

Vorgerechnet wird, dass 2015 insgesamt 523 Megawatt installiert seien und der Zuwachs im Märkischen Kreis, in Siegen-Wittgenstein, Olpe und im HSK betrage exakt Null. Sogar seien im Kreis Soest elf Windräder wieder abgebaut worden. Kritisch gesehen wird hier auch die Windkraftperformance des Märkischen Kreises.

Gerade einmal 65 Watt pro Einwohner würden hier erreicht – das sei nur ein Viertel des NRW-Schnitts. Der Windbrief informiert über erneuerbare Energien mit Schwerpunkt Südwestfalen. Darin werden Betriebsergebnisse von Wind- und Photovoltaik-Anlagen veröffentlicht und die aktuelle Energie-Politik wird kommentiert. Herausgeber ist der ehemalige Neuenrader „Matthias Kynast Windkraftbeteiligungsprojekte“ – also nicht unbedingt ein Gegner von Windkraftanlagen.

So steht in dem Fachblatt auch geschrieben, dass die Aussichten düster seien. Verwiesen wurde hier auf den Hochsauerlandkreis. Dort seien 100 Windkraftanlagen beantragt, aber Baugenehmigungen seien kaum erteilt worden. Ein Grund sei wohl die chaotische Windkraft-Regionalplanung, die bei den Gemeinden Verunsicherung hervorriefe.

Auch aktuelle politische Entwicklungen sorgen für Gegenwind: Umstritten sind vom Bund, federführend durch Sigmar Gabriel, geforderte Kürzungen der Förderung von Windkraft an Land sowie Vorgaben, dass der Zubau in Gebieten, wo Stromleitungen fehlen, gedrosselt werden soll. Kern des erneuten Umbaus des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) ist die Umstellung der milliardenschweren Förderung von festen Garantievergütungen auf Ausschreibungen, um Kosten zu senken. Umweltschützer kritisieren, dass vor allem die Windenergie an Land ausgebremst werde, heißt es bei dpa.

Peter von der Beck

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