Konzentrationsgebiet im Grenzgebiet

Auf dem Kohlberg sollen sich Windräder drehen

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Windkraftanlagen – demnächst Realität im Bereich Giebel/Kohlberg?

Neuenrade - Wenn alles seinen Lauf nimmt, werden sich mittelfristig wohl Windräder auf dem Kohlberg drehen. Die Stadt Neuenrade präsentiert umfassende Unterlagen und Untersuchungen, um „die Aufstellung eines sachlichen Teilflächennutzungsplanes Windenergie“ zu unterfüttern, der am Dienstag, 28. April, im Planung- und Bauausschuss der Stadt beraten werden soll.

Demnach ergibt sich nach diversen Untersuchungen eine Konzentrationsfläche „Giebel“. Dieses Plangebiet hat eine Größe von knapp 84 Hektar. Die Fläche umfasst den gesamten nördlichen Bereich des Stadtgebietes Neuenrade – angrenzend an die Städte Altena, Hemer und Balve. Eine Höhenfestsetzung für Windräder soll es nicht geben, um technische Weiterentwicklungen nicht auszuschließen. Eine zunehmende Höhe der Anlagen vermindere wegen der erhöhten Raumbedeutung gleichzeitig die Zahl der möglichen Anlagen auf Gemeindegebiet. Auch soll die erzielbare Energieausbeute Maßstab für die Errichtung von Windkraftanlagen sein.

Die bisherige Gestaltungssatzung für die seinerzeit ausgewiesene Vorrangfläche in Affeln/Altenaffeln und der später gefasste Aufstellungsbeschluss für das Gebiet soll aufgehoben werden. Die Errichtung von 200 Meter hohen Windrädern, wie es Investoren vor einiger Zeit dort vorhatten, wäre dann möglicherweise vom Tisch. Sicher zu Freude jener Bürger, die massiv gegen die Großwindenergieräder in ihrer unmittelbaren Umgebung protestiert hatten. Zudem hat es vor einiger Zeit dazu noch Gespräche zwischen Stadtverwaltung und den Investoren gegeben.

Zur aktuell anvisierten Fläche: Bei dem „sachlichen Teilflächennutzungsplan“ handelt es sich wohl um ein Steuerungselement für eine Verwaltung. Denn diese Teilflächen sind auch rechtlich isoliert zu betrachten. Der große Flächennutzungsplan bleibe davon unberührt, heißt es aus der Verwaltung.

Inzwischen gibt es auch einen Umweltberichtsentwurf zu der Fläche „Giebel“. Was mögliche Beeinträchtigungen der Menschen anbelangt, gibt es dazu Aussagen hinsichtlich Licht-Emmissionen und Schattenwurf durch die Rotorblätter: Das Problem werde einfach technisch gelöst. So würden bei Erreichen der Grenzwerte die Rotoren abgestellt. Dazu werde ein entsprechendes Modul eingebaut. Im Bezug auf Lärmemmission durch die Rotorblätter werde noch ein entsprechendes Fachgutachten in Auftrag gegeben.

Tiere, Pflanzen, Boden, Wasser, Klima und Luft bis hin zu Landschaftsbild – alle relevanten „Schutzgüter“ wurden in Betracht gezogen. Beeinträchtigt werden könnte demnach „der windenergiesensible kleine Abendsegler“, eine Fledermausart. Der Bau der Anlagen könnte zudem noch „zu kleinräumigen Beeinträchtigungen von Tierarten“ führen.

Bleibt der Hinweis, dass die Verwaltung vor einiger Zeit den Auftrag bekommen hat, die Errichtung von Bürgerwindkraftanlagen zu untersuchen.

Von Peter von der Beck

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