SPD fordert flexible Öffnungszeiten der Kindertagesstätten

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Die Neuenrader SPD will berufstätigen Eltern unter die Arme greifen.

Neuenrade - Um ein besonderes Klientel kümmert sich offensichtlich die SPD verstärkt: Berufstätige Eltern und eben jene, die einen erweiterten Betreuungsbedarf haben.

So war es Ulrike Wolfinger, die gemeinsam mit Thomas Wette die Fraktionsspitze der SPD im Rat der Stadt Neuenrade bildet, die in ihrem Part der Haushaltsrede verlängerte Öffnungszeiten für mindestens einen Städtischen Kindergarten anmahnte. Seit Jahre fordere das die SPD, um die Attraktivität Neuenrades für Familien zu erhöhen.

Auch der Bürgermeister finde das gut, gleichwohl habe man bisher nichts gehört. „Leider hat Neuenrade für dieses Projekt entweder kein Geld oder keine Zeit, da sich bisher niemand um dieses Projekt kümmert.“ Wolfinger und Wette hatten recherchiert und verwiesen auf das Bundesprogramm KitaPlus. Darüber würden zukunftsfähige Konzepte für bedarfsgerechte Betreuungszeiten gefördert.

Dazu gehörten Öffnungszeiten vor 8 Uhr und nach 16 Uhr. Geld gebe es für Personal und Ausstattung. Bis zu 200 000 Euro sei als Förderesumme möglich. Dafür müssten Kitas und Pflegestelle ein entsprechendes Konzept präsentieren, gute pädagogische Qualität sei dabei wichtig. Und die Träger seien aufgefordert sich am „Interessenbekundungsverfahren“ zu beteiligen. Ob das bekannt sei und wann man sich kümmern wolle, fragte Wolfinger. Indes – die Öffnungszeiten, zumindest vor 8 Uhr gibts schon lange. Sausebraus und Wirbelwind sind von 7 bis 16 Uhr geöffnet. Und im Sausebraus gibt es gar ein Empfangs-Komitee das schon um 6.45 Uhr für ein bis zwei Kinder vor Ort ist.

Jedes Jahr, so Leiterin Heike Richer-Oltmann, frage man den Bedarf ab, und bislang hatten Eltern des Sausebraus meist nicht den Wunsch nach einer Betreuung über 16 Uhr hinaus. Nur eine Familie habe hier aktuell nachgefragt. Doch für den Fall der Fälle sei man gewappnet. „Da sind wir flexibel“. Personell sei eine Betreuung über 16 Uhr hinaus möglich. Da müsse eben ein Schichtdienst eingeführt werden.

Zudem könne man ja das Netzwerk nutzen. So funktioniere die Zusammenarbeit mit anderen Einrichtungen in den Ferien bestens, so spreche man sich mit dem Partner-Familienzentrum Wirbelwind mit den Notgruppen in den Ferien ab, zudem gibt es noch eine Zusammenarbeit mit der konfessionellen Kita. Hier helfe man. Heike Richter-Oltmanns vermutete aber auch, dass künftig verstärkter Bedarf nach erweiterten Öffnungszeiten bestehe.

In der Kita Wirbelwind gibt es noch das Angebot, dass für die ganztags betreuten Kinder auch andere Abholzeiten vereinbart werden. So gibt es hier auch einen Spätdienst (bis 16.15 Uhr). Eine Ausnahme bildet Affeln. Die Kita fällt mit ihren Zeiten aus diesem Rahmen: Geöffnet ist sie von 7.30 Uhr bis 15 Uhr (wenn 35 Stunden gebucht sind), freitags ist um 13 Uhr Schicht. Vereinzelt wurde dazu schon mal Kritik an die Redaktion herangetragen.

Gleichwohl sind die Öffnungzeiten wohl aber auch Resultat der Bedarfsabfrage dort. Für Eltern die ganztags arbeiten wird es bei diesen Öffnungszeiten nicht nur in Affeln schwierig. Arbeitsbeginn 7 Uhr, eine halbe Stunde Mittagspause, Arbeitsende 16.30 Uhr, dann noch das Kind abholen und eine entsprechende Fahrtzeit jeweils hinzu gerechnet – da muss sich zumindest ein alleinerziehendes Elternteil einiges einfallen lassen. Mindestens der Einsatz von Oma und Opa sind (falls vorhanden) vonnöten. Auch eine Tagesmutter könnte eine Alternative sein.

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