Wilhelm Verses Betrieb gehört zu den modernsten der Region

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Luis Verse will in die Fußstapfen seines Vaters treten und Bauer werden.

Küntrop - In einer Serie stellen wir die Bauernhöfe vor, die auf dem Gertrüdchen vertreten sein werden. Dort präsentieren sie sich und ihre Arbeit - vorrangig hinsichtlich des Milchbetriebes. Diesmal geht es um den Hof von Wilhelm Verse.

Müsste sich Wilhelm Verse noch einmal entscheiden, seine Wahl fiele nicht wieder auf die Landwirtschaft. Dabei zählt sein Betrieb mit 220 Rindern und 120 Milchkühen in Küntrop zu den modernsten der Region. „Vor ein paar Jahren hatten wir noch 50 Milchkühe. Waren damit nicht Fisch und nicht Fleisch. Mussten immer arbeiten, hatten keinen Abend und kein Wochenende frei. Weil wir das nicht wollten, mussten wir expandieren“, erklärte Verse. Da der Platz begrenzt war, baute der Küntroper einige hunderte Meter von seinem Haus und Stall entfernt eine neue Anlage. Auf jede Menge Kuhkomfort wurde dabei Wert gelegt.

„Wir gelten in der Öffentlichkeit häufig als Umweltverschmutzer, Güllefahrer und Tierquäler. Aber das stimmt nicht. Das Vieh steht bei uns immer an erster Stelle – auch wenn das teilweise auf Kosten der Wirtschaftlichkeit geht.“ Und so gibt es im hellen und luftigen Stall, neben komfortablen Liegeboxen und viel Platz, auch eine Bürste, die die Kühe massiert. Der ganze Stolz von Verse ist allerdings der Futterroboter – eine Anlage, die so lange Zeit einzigartig in der Region war. „Die Maschine startet automatisch. Der Container fährt über ein Schienensystem, holt die einzelnen Futterkomponenten aus den Silos, vermischt sie eine bestimmte Zeit und verteilt das Futter dann an die Tiere“, erklärte Verse.

In dem Stall gibt es eine Massageanlage für die Tiere.

700 000 Euro hat er in den neuen komfortablen Stall investiert, um auch alle EU-Anforderungen zu erfüllen. Umso mehr ärgere ihn der unbewusste Umgang der Bürger mit den Lebensmitteln. Schließlich stecke gerade in landwirtschaftlichen Produkten jede Menge Herzblut und Energie. Milch aus Küntrop steckt beispielsweise in Landliebe-Produkten. „Unsere Tiere bekommen alle genfreies Futter. Da kann man auch schon einmal ein paar Cent mehr für seinen Joghurt bezahlen“, sagte er.

Unter all seinen Tieren hat Verse übrigens echte Lieblinge. Specki zum Beispiel, die eigentlich Anna heißt. „Die Kuh ist einfach super verschmust. Wenn man den Stall betritt, will sie sofort gestreichelt werden“, berichtete der Landwirt. Eine besondere Beziehung hat er auch zu Gale, die in ihrem Leben schon mehr als 100 000 Liter Milch gegeben hat. „Ich liebe Kühe. Schon als kleiner Junge war ich begeistert von den Rot-Bunten. Wenn die irgendwo auf der Weide standen, musste ich direkt hin“, erzählte Verse. Und das ist bis heute so geblieben. Die Tiere würden für ihn nie den Reiz verlieren.

„Ich bin einfach kein Schweine-Typ.“ Seine Liebe zur Landwirtschaft hat er bereits an seinen Sohn Luis weitergegeben. Der sich im Übrigen sehr sicher ist, dass er einmal Bauer wird, wenn er groß ist. Zum puren Bauern-Glück fehlt Verse derzeit vor allem eines: Ein fähiger Mitarbeiter fürs Melken und Füttern. „Wir haben alles versucht, aber wir finden niemanden. Entweder fehlt das Wissen, die Liebe zum Tier oder die Zuverlässigkeit. Dabei bräuchten wir dringend Hilfe, um endlich mehr Zeit für die Familie zu haben.“

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