Ein wichtiger Standortfaktor: Unitymedia plant Ausbau des Breitbandnetzes

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Zu der Fragestunde der betroffenen Anwohner war auch Bürgermeister Antonius Wiesemann erschienen.

Neuenrade - Der Kabelnetzbetreiber Unitymedia steht in den Startlöchern, seinen Marktanteil in der Stadt weiter auszubauen. Ins wirtschaftliche Visier genommen hat das Kölner Unternehmen den Bereich zwischen Landwehr und Freibad.

Geplant ist der Ausbau des Breitbandnetzes für einen schnelleren Internetzugang. Voraussetzung ist, dass sich mindestens 270 Anwohner ernsthaft für das Unitymedia-Angebot interessieren und dies schriftlich bekunden. Dann belaufe sich für sie die einmaligen Anschlussgebühr auf 199 Euro – statt 398 Euro. 

Mehr als 100 Anwohner aus dem weiter gefassten Gebiet Friedrichstal waren in den Lokschuppen zum Infoabend gekommen. Zu diesem hatte Unitymedia in Absprache mit der Stadt per Anschreiben eingeladen. Bürgermeister Antonius Wiesemann war über soviel Resonanz sichtlich erfreut und stellte fest, dass „wir mit dem Infoabend den Nerv der Leute getroffen haben“.

Mehr Bedeutung für schnelleres Internet

Allerdings machte das Stadtoberhaupt den Bürgern klar, dass es ihm eigentlich egal sei, welcher Betreiber zum Ausbau des Breitbandnetzes vor Ort beitrage. Dem schnelleren Internet komme aber ständig steigende Bedeutung bei. Die Digitalisierung spiele eine immer wichtigere Rolle beim Zuzug von Familien nach Neuenrade, ebenso in der Vermarktung von Immobilien und natürlich auch für die heimischen Gewerbebetriebe. 

In seiner Eigenschaft als Bürgermeister stehe er dafür, eine möglichst schnelle Lösung zu finden, um den Ansprüchen für die Zukunft gerecht zu werden. Das Gespräch mit Unitymedia, die bereits in Neuenrade präsent ist, habe ergeben, dass die Voraussetzungen für ein schnelleres Internet in der Stadt gegeben seien. 

Deutsche Telekom reagierte nicht

Wiesemann erklärte, dass die Stadt auch die Deutsche Telekom als möglichen Anbieter angesprochen, aber keine Reaktion erhalten habe: „Ich hätte es im Interesse der Internetnutzer begrüßt, wenn heute beide Anbieter vertreten wären.“ 

Frank Schubert, Key Account Manager und Diplom-Ingenieur von Unitymedia, konnte als Ansprechpartner mit Fakten und Daten aufwarten. Wichtigster Knackpunkt bei den Ausbauplänen seien die erwähnten 270 Interessenten. Diese Zahl müsse bei einem Ausbauumfang von 350 Objekten und 420 Haushalten erreicht werden, um ein schnelleres Internet in dem genannten Gebiet, in dem teilweise bereits Leitungen von Unitymedia verlegt sind, anbieten zu können. 

Ausbau ab Juli 2017 möglich

900.000 Euro sei Unitymedia bereit, in den Bereich zu investieren. Kämen 270 Interessenten zusammen, könne Unitymedia den Anschlusspreis von 199 Euro anbieten. Bereits im Juli nächsten Jahres könne mit dem Ausbau begonnen werden, die Bauzeit gab Schubert mit drei bis vier Monaten an. 

Voraussetzung sei eine Bündelung der Interessenten, die bis zum 31. Dezember unter dsl@neuenrade.de erfolgen müsse. Der weitere Ablauf sieht dann die Bewerbung und Beratung vor Ort durch Unitymedia mit Vertragsabschluss bis 30. März 2017 vor. 

Teilnehmer signalisieren Interesse

Schubert unterstrich, dass der Ausbau des Breitbandnetzes eigenfinanziert sei. Der Anschluss für ein schnelleres Internet erfolge, einschließlich der Hardware, bis in das Haus hinein. Die monatlichen Kosten unterscheiden sich nach Angaben des Firmenmitarbeiters durch differenzierte Nutzungspakete. 

Mit dem Eintrag in eine Unterschriftenliste signalisierten Teilnehmer ihr ernsthaftes Interesse an der Umstellung. Die Andeutung Schuberts, möglicherweise 2018 im Gigabereich im Netz unterwegs zu sein, sorgte für Beifall.

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