Werner Fuderholz löst Georg Puder als Schiedsmann ab

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Neuenrade - 15 Jahre lang war Georg Puder als ehrenamtlicher Schiedsmann für die Stadt Neuenrade tätig. In dieser Zeit führte er etwa 60 Schlichtungsverfahren von bürgerlichen Rechtsstreitigkeiten durch. Im Amtsgericht Altena nahm er nun seinen Abschied von einem Amt, über das er sagt: „Es war eine Aufgabe, die mir viel Spaß gemacht hat.“

Bürgermeister Antonius Wiesemann persönlich kümmerte sich um einen Nachfolger und wurde in Küntrop fündig: Auch Werner Fuderholz, langjähriger Finanzbuchhalter in einem traditionsreichen Neuenrader Unternehmen, ist kein Unbekannter in der Stadt. Nach der einstimmigen „Einverständniserklärung“ durch den Rat der Stadt bestätigte Dieter Neuhoff, Direktor des Amtsgerichts Altena, die Berufung des neuen Schiedsmannes für die Stadt Neuenrade. Die offizielle Amtseinführung soll am 8. Dezember im Rahmen einer Ratssitzung folgen.

„Man muss ja auch etwas zurückgeben“, begründete Werner Fuderholz sein bürgerschaftliches Engagement und kündigte eine umfassende Einarbeitung in sein neues Amt an. Aktuelle Gesetzestexte und die Robe stellt die Stadt zur Verfügung. Für die Schulung von Schiedsleuten ist das Amtsgericht zuständig. Ein großes Blatt Papier mit fünf Prinzipien im Arbeitszimmer des Amtsgerichtsdirektors gab erste Hinweise, worum es geht: „Freiwilligkeit, Selbstverantwortlichkeit, Informiertheit, Ergebnisoffenheit, Allparteilichkeit, Vertraulichkeit“.

Bürger, die vor dem Gang ins Gericht zu einer Schlichtung gehen, tun das freiwillig. Für die Schiedsleute gelten die restlichen Grundsätze. Wie Richter können auch sie einen Fall mit dem Hinweis auf ihre Befangenheit ablehnen. Für diesen Fall haben sie einen Stellvertreter – in Neuenrade hat Regina Müller dieses Amt noch bis 2017 inne.

Was für Fälle bearbeitet ein Schiedsmann? „Hauptsächlich Nachbarschaftsstreitigkeiten“, erklärt Dieter Neuhoff. „Es geht um Bäume, Hecken und Sträucher“, aber manchmal auch Beleidigungen und üble Nachrede“, ergänzt Georg Puder. Rekordhalter unter den Verhandlungen sei eine drei- bis vierstündige Sitzung gewesen, die am Samstag danach noch fortgeführt worden sei.

Bevor Kosten für die Parteien entstehen, habe sich Puder jedoch immer telefonisch um eine Lösung des Streits bemüht. Erst nach einem Scheitern dieser informellen Gespräche, habe er eine Schlichtungsverhandlung anberaumt.

„Immer Herr des Geschehens bleiben und nicht zu weit abweichen von der Sache“, gab er seinem Nachfolger mit auf den Weg, der zunächst auf fünf Jahre befristetet ist.

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