Vorerst kein Wein aus der Hönnestadt

Weinrecht verbietet Keltern in Neuenrade

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Klaus-Peter Sasse schaut genau hin: Noch sind die Weintrauben klein und bestimmt auch sauer. Bis zum Spätsommer wird sich das aber noch ändern.

Neuenrade - Der Neuenrader Weinberg oberhalb der Dahler Straße kann sich über wachsende Beliebtheit erfreuen. Wanderer schätzen seit einigen Jahren die Aussicht und der Platz am Eingang zum Weinberg inclusive Weinberghütte lädt zum Verweilen ein. Viele Neuenrader Gruppen wussten und wissen diese Oase der Erholung zu würdigen. Auch die Reben entwickeln sich immer prächtiger, die Sorten „Regent“ und Solaris“ gedeihen auch im klimatisch raueren Sauerland sehr positiv.

Was Georg Fritz von Nell als erfahrener Winzer vor einigen Jahren den Neuenrader Hobbyweingärtnern als Rebenzüchter mit auf den Weg gab, hat sich bis dato positiv an den Rebstöcken entwickelt. Weniger erfreulich an dem Weinberg ist aber die Tatsache, dass offiziell noch kein Wein gekeltert werden konnte und durfte. Das deutsche Weinrecht – so ist die Auskunft für die 13 Parzellenbesitzer verlaufen – untersagt, dass die Weinreben gewerblich und auch privat zum Keltern genutzt werden dürfen.

Was die heimischen Hobbywinzer in den letzten Jahren wenig erfreut hat, könnte sich durch Anwendung des europäisches Weinrecht schlagartig ändern. Damit wäre der Weg für den ersten Neuenrader Tropfen Marke „Kloster Berentrop“ oder „Treppchen Spätlese“ frei. Fraglich ist aber, ob die europäischen Vorgaben auf das deutsche Weinrecht angewandt werden. Die 13 Hobbywinzer denken da positiv, sie hegen und pflegen ihre Parzellen und fiebern dem Tag entgegen, an dem sie Wein keltern dürfen.

Auch Altbürgermeister Klaus Peter Sasse ist zuversichtlich. Er zählt zu denjenigen, die regelmäßig im Weinberg nach dem Wachstum der Reben schauen und mit den anderen Hobbywinzern dafür sorgen, dass sich die Reben gut entwickeln und der Weinberg als Ganzes in Teamarbeit gehegt und gepflegt wird. Auch in diesem Jahr sieht es gut aus, die Trauben sind zwar derzeit nur im Miniformat zu sehen, sollen aber bis Ende September/Anfang Oktober gut gewachsen und gereift am Rebstock hängen und dann gepflückt werden.

Ähnlich optimistisch wie sein Amtsvorgänger denkt auch Neuenrades amtierender Bürgermeister Antonius Wiesemann, der ebenfalls von Anfang an zu den Parzellenbesitzern zählt und natürlich auch vom eigenen Neuenrader Tropfen träumt: „Das wäre doch eine tolle Sache, wenn wir den einen oder anderen mit einer Flasche Wein aus Neuenrade überraschen können“, denkt er an ein erweitertes praktiziertes Marketing auf Ortsebene. Klaus Peter Sasse hatte vor einigen Jahren sogar augenzwinkernd an das Küren einer Weinkönigin gedacht, aber eben nur dann, wenn auch der eigene Wein präsentiert werden kann.

Der Weinberg an der Dahler Straße steht sogar auf historischem Gebiet. Einst waren es Mönche aus Berentrop, die an dieser Stelle den Weinanbau betrieben. Die Mönche zählten vor Jahrhunderten zum Kloster Oelinghausen bei Hüsten.

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