Waldorfschule: Eindrucksvolles Kulturprogramm

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Flötenunterricht steht bei den Waldorfschülern ab der ersten Klasse auf dem Programm.

Neuenrade - „Das schönste Klischee über die Waldorfschule ist: Alle Schüler können ihren Namen tanzen“, kündigte am Samstagabend im Kaisergarten Moderatorin Susan Kaiser-Geue mit einem Augenzwinkern den ersten Programmpunkt der Benefizveranstaltung an.

Tatsächlich ist die Eurythmie – zu deutsch: schöne Bewegung – fester Bestandteil des Unterrichts. So hörten die rund 400 Gäste nicht nur Willkommensreden, sondern sahen die Worte „Herzlich Willkommen“ auch als Tanz auf der Bühne.

Der Benefizabend stand unter dem Motto „Wir sind da für Afrika“. Ein großer Teil des Erlöses soll einem Kindergarten-Projekt auf diesem Kontinent zugute kommen. Weltweit sammeln Waldorfschüler jährlich am sogenannten Wow-Day (Waldorf one world) für benachteiligte Kinder, damit diese bessere Bildungschancen bekommen. Diesen Tag verknüpfte die Neuenrader Schule erstmals mit ihrer Monatsfeier. „Dann zeigen die Klassen den übrigen Schülern, was sie gerade lernen“, erläuterte Organisatorin Claudia Malcus. Für den guten Zweck wählte die Schule einen deutlich größeren Rahmen.

Schirmherrin Christel Voßbeck-Kayser lobte das Engagement. Als Mutter von drei erwachsenen Kindern wisse sie, wie wichtig es sei, „dass Kinder eine Zeit haben, in der sie Kind sein, spielen und kreativ sein können“. Brigitte Reinken-Stork nannte die Waldorfschule „eine Schule mit Visionen und Zielen. Sie ist aus der Neuenrader Schullandschaft nicht mehr wegzudenken und genießt einen guten Ruf über die Stadtgrenzen hinaus“, sagte die stellvertretende Bürgermeisterin.

Neben der Eurythmie prägen vor allem künstlerische Fächer das Gesicht der Lehranstalt. Deshalb fiel es den Schülern nicht schwer, ein fast dreistündiges Programm von Musik über Akrobatik bis Tanz zu gestalten.

Ein Festchor und das Schulorchester probten seit Anfang des Jahres zusammen – passend dazu trugen sie ein Lied über die Freundschaft vor. Ihr musikalisches Talent bewiesen auch die Schüler der sechsten Klasse, die zwei Stücke aus dem Flötenunterricht vortrugen. Dieses Fach steht ab der ersten Klasse verpflichtend auf dem Stundenplan. Wie bei den Musikvorträgen war Rhythmus-Gefühl auch beim Stockkampf gefragt. Zwei Trommler sorgten dafür, dass die Kämpfer der achten Klasse nicht aus dem Takt kamen.

Mit tosendem Applaus bedachten die Zuschauer den Auftritt zweier Ballett-Tänzerinnen, die eine Mitschülerin an der Harfe begleitete. Als Zugabe wagten die Tänzerinnen eine Improvisation zu irischer Volksmusik, die beim Publikum mindestens so gut ankam.

Überhaupt zeigten sich die Zuschauer von dem Abend mehr als begeistert. „Es steht noch nicht ganz fest, ob wir die Veranstaltung wiederholen werden – würden Sie denn wiederkommen?“, fragte Malcus zum Schluss. Der folgende Applaus sprach für sich.

Der Eintritt zum Benefizabend war frei, doch am Ausgang sammelten Schüler Spenden. Wie hoch der Erlös ausfiel, stand gestern noch nicht fest.

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