Vorrangzone Kohlberg: „Fokus liegt nicht auf Ertrag“

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Symbolbild

Neuenrade -  Finanzielle Szenarien für die Stadt Neuenrade rund um potenzielle Windkraftanlagen auf dem Kohlberg sind nach Auffassung des Kämmerers der Neuenrader Stadtverwaltung, Gerhard Schumacher, Spekulation.

 So hat er die Anlagen – wenn sie denn überhaupt Realität werden – gar nicht in die finanziellen Konzepte der Stadt eingebunden. Und auch gar keine Berechnungen angestellt, hieß es von Schumacher auf Nachfrage. Es gebe aktuell zu viele Parameter, um hier mit konkreten Zahlen aufzuwarten. So könne doch die Aussage, dass man sich in Neuenrade mit Gewerbesteuer aus Windenergieanlagen „die Taschen voll mache“ gar keine Rede sein.

Sicher gebe es Vergleichswerte, doch unrealistisch sei hier die Zahl von 500 000 Euro, die als Gewerbesteuereinnahmen immer mal wieder kolportiert würden: Da spiele eine Rolle, wo die Betreiberfirma ihren Sitz habe. Da würde die Gewerbesteuer eben aufgeteilt. Von der etwaigen Summe blieben 80 Prozent dort, wo die Windkraftanlagen stehen würden, 20 Prozent am Sitz der Firma. Zudem, betonte der Kämmerer, müsse man 47 Prozent als allgemeine Kreisumlage an den Kreis weiterreichen, 17 Prozent für die differenzierte Kreisumlage, hinzu komme eine Umlage an das Land, unter anderem an den Fonds der deutschen Einheit oder eben an das Ressort „Kommunal-Soli“. Und – da bei Realisierung ja ein Bürgerwindpark entstehen soll – gebe es hier noch je nach Geschäftsmodell auch wieder andere Berechnungen. Schumacher: „Eine Netto-Berechnung wird hier schwierig“.

Was etwaige Pachten anbelangt, so gebe es hier auch Verteilungsschlüssel, die sich auf die einzelnen eventuellen Standorte der Anlagen und auf die Gesamtfläche von 80 Hektar beziehen würden. Und die jeweiligen Standorte stünden ja noch gar nicht konkret fest. Schumacher sagte, dass man den Stadthaushalt mit so einer Geschichte sicher nicht sanieren könne. Ausdrücklich betonte der Kämmerer, dass er keinerlei Berechnungen angestellt habe. „Mein Fokus liegt nicht auf dem Ertrag“. Es sei vor allem darum gegangen, in Neuenrade „planungsrechtlich in Sachen Windenergie das Heft nicht aus der Hand nehmen zu lassen“.

Und das Potenzial für Privatanleger? Aktuell gibt es wohl noch keine End-Auswertung der Testergebnisse des Windmessgerätes, das seit geraumer Zeit auf dem Kohlberg steht. Gleichwohl gibt es Zahlen, die der Windenergieanlagen-Projektierer, Joachim Schulenburg, schon unlängst präsentierte. So beträgt das Investitionsvolumen grob 30 Millionen Euro. 20 Prozent müssen Eigenkapital sein, den „Rest“ finanziert die Bank. Angedacht ist eine Genossenschaft, an der sich jeder mit Klein- oder auch Großbeträgen beteiligen kann. Sogar eine Zinsspanne für das eingezahlte Kapital wird angegeben. Die liegt bei 3 bis 6 Prozent, hieß es im Herbst vergangenen Jahres. 

- Von Peter von der Beck

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