Volksbank punktet bei den Firmenkunden

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Karl-Michael Dommes und Lavinia Hesse.

Neuenrade - Die Volksbank im Märkischen Kreis gehört mit einer Bilanzsumme von knapp 1,9 Milliarden Euro zu den großen bei den Volksbanken. Das verkündete Vorstandssprecher Karl-Michael Dommes gemeinsam mit Vertriebsdirektorin Lavinia Hesse im Rahmen der Bilanzpressekonferenz in der Neuenrader Dependance.

Er betonte, dass man in Südwestfalen die größte Volksbank sei. Es ist in der Tat kein kleiner Laden: 363 Mitarbeiter, davon 26 Auszubildende, hat die Volksbank. Die Zahlen mit denen Dommes jetzt aufwartete, können sich auch in einem (für Banken und Sparkassen) schwierigen Umfeld sehen lassen.

Vom risikolosen Zins zum zinslosen Risiko

Nur mickrige Zinsmargen sind seit Jahren und wohl auch auf absehbare Zeit in der Branche zu realisieren. Dommes formulierte es so: „Früher war risikoloser Zins, heute ist zinsloses Risiko.“

So merkt man das wohl am Bilanzgewinn, der 2015 bei 3 Millionen Euro lag – das ist weniger als im Jahr zuvor. Daher muss sich ein Banker heutzutage etwas einfallen lassen. Darin ist man bei der Volksbank offensichtlich gut. Gute Geschäfte gibt es bei den Sachversicherungen, bei Wertpapieren und im Außenhandelsgeschäft.

So ist auch das Firmengeschäft bestens gelaufen im vergangenen Jahr, stieg um knapp 10 Prozent. Dommes: „Wir haben rund 100 neue Firmenkunden dazu gewonnen. Wir sind auf dem Radarschirm von vielen Unternehmen und Privatkunden." Zudem bewerte die bestehende Kundschaft die Beratungsqualität der Bank mit gut. Und die Zahl der Mitglieder wächst auf fast 40 000.

Digitalisierung der Bankgeschäfte schreitet voran

Dommes und Hesse präsentierten eine Grafik, die beleuchtete, wie die Zukunft in diesem Bereich aussieht. Bei den 14- bis 29-Jährigen liegt die Digitalisierung bei fast 100 Prozent. Doch die über 50-Jährigen holten rasant auf. 

Dommes machte deutlich: Der klassische Schalterbeamte sterbe aus. Mitarbeiter müssen sich massiv zu Beratern weiterbilden und mehr wissen als Google. Das Kreditwachstum übertreffe deutlich die Erwartungen und ist von 2014 auf 2015 um 8 Prozent auf nun 1,16 Milliarden gestiegen. Das liege deutlich über dem Marktniveau. Marktanteile habe man sich daher an Land gezogen, sagte Dommes. Hier werden wohl Großbanken Federn gelassen haben.

Auch bei den Kundeneinlagen verzeichnet die Volksbank im Märkischen Kreis ein erneutes Wachstum. Um 3 Prozent legte die Bank hier zu – auf 1,38 Milliarden Euro. Kunden legen Geld kurzfristig an, doch auch das Aktien- und Fondsgeschäft entwickelt sich. 

Wegfallende Stellen nicht wiederbesetzen, um Kosten zu sparen

Nicht erfreulich ist eben die Situation beim Zinsüberschuss – was dem Niedrigzinsniveau geschuldet ist. Auf der Kostenseite versuche man bei der Volksbank daher zu sparen. So werden wegfallende Stellen nicht alle wiederbesetzt, vorzeitige Ruhestandsregelungen würden getroffen.

Derzeit liegen die allgemeinen Verwaltungsaufwendungen bei 32,5 Millionen Euro. Natürlich gab es lokale Daten: Das Kreditwachstum in Balve betrug 11,5 Prozent, in Neuenrade 7,9 und in Werdohl plus 5 Prozent. Bei den Kundeneinlagen legte die Volksbank in Neuenrade um 2,9 Prozent zu, in Balve um 3,7 und in Werdohl um 2,8 Prozent. Die Zahl der Mitglieder in Balve/Neuenrade liegt bei knapp 8000, Tendenz steigend.

- Von Peter von der Beck

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