Vernissage „Anlehnung an die lebendige Form“

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Gut besucht war die Vernissage zu Götz Sambales (Mitte) Werken, der hier den Applaus genießt.

Neuenrade - Ulme, Roteiche, Robinie, Kirsche, Domlinde, Pappel, Ahorn, Ulme – eines haben all diese Hölzer gemeinsam: Sie eignen sich für die Kunstwerke, die Götz Sambale in seiner Werkstatt im Kölner Süden schafft. „Anlehnung an die lebendige Form“ lautet der Titel seiner Ausstellung, die am Sonntag in der Stadtgalerie im Gebäude der Hönnequell-Schule eröffnet wurde.

Zahlreiche Besucher hatten sich eingefunden, um die Ergebnisse von Götz Sambales hochartifiziellem Umgang mit dem natürlichen und überaus lebendigen Werkstoff anzuschauen. Eine von jenen, die Götz Sambale schon in seinem Atelier bei der Arbeit über die Schulter schauen durften, war Anna Wiesemann. Die städtische Abteilungsleiterin für Bildende Kunst und Lehrerin an der Waldorf-Schule Neuenrade erzählte in ihrer Einführung von den sich stapelnden Hölzern in Sambales Kölner Atelier und von „Works in Progress“ bis hin zum Einbaum – ein schwimmfähiger Klassiker der Artefakte aus Holz mit klarem Auftrag.

Was ist der Auftrag der Exponate, die nun in der Stadtgalerie zu bewundern sind? Es fällt schwer, ihnen nicht zu attestieren, dass sie ausgesprochen schön sind. Glänzende Holzoberflächen in verschiedenen Farbtönen und vor allem ganz unterschiedliche Öffnungen und Binnenstrukturen machen den Reiz dieser Objekte aus. Ihnen ist anzusehen, dass sie ihre Entstehung nicht dem reinen Geist verdanken, sondern der intensiven Auseinandersetzung eines fachkundigen Künstlers mit dem Material.

Elegante Formen, robuster Weg zur Herstellung.

Vor seiner Ausbildung zum Bildhauer machte Götz Sambale eine Ausbildung zum Schreiner. Danach weiß man, wie Holz sich verhält, und wie man gegebenenfalls mit seiner Widerständigkeit umgehen muss. Doch der Künstler sieht den „Eigensinn“ des Holzes eher als kreative Chance, denn als Hindernis: Sein Ziel sei „das optimale Sichtbarmachen dessen, was das Holz an Bewegungspotential mitbringt“, beschreibt Götz Sambale seine Aufgabe.

Und so elegant seine fertigen Objekte daherkommen, so robust ist der Weg vom rohen Holz zum fertigen Kunstwerk: Kettensäge, Feile, Meißel, Raspel – handwerkliche Arbeit mit erheblicher Durchschlagskraft steht am Anfang des Prozesses. Das Holz reagiert darauf, verzieht sich, bildet Spalten und Risse. „Lehrbuch der Holzbearbeitung Seite 1“, beschreibt Götz Sambale im Gespräch das, was eine Holzscheibe nach einem radial ausgeführten Schnitt macht. Die Formen, die bei seiner Arbeit entstehen, lehnen sich an natürliche physiologische Formen an, erklärt Anna Wiesemann: In Früchten, Pflanzen und Blütenständen etwa lassen sich solche „zellulären Formen“ finden.

Ergänzt werden die dreidimensionalen Kunstwerke durch Drucke, die die Oberflächen der Holzobjekte erzeugt haben.

Die Ausstellung in der Stadtgalerie ist bis zum 18. Oktober jeweils samstags von 10 bis 12.30 Uhr und sonntags von 15 bis 17.30 Uhr geöffnet. Weitere Infomationen gibt es im Kulturamt bei Monika Arens unter der Rufnummer 0 23 92 / 69 327.

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