Verbandsversammlung der Vereinigten Sparkasse

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Vorstandsvorsitzender Kai Hagen sieht die Sparkasse trotz ungünstiger Rahmenbedingungen gut gewappnet für die Zukunft.

Neuenrade - Es war das wieder einmal ein gutes Jahr für die Vereinigte Sparkasse. Gar von einem Premiumjahrgang sprach Vorstand Kai Hagen. Doch, um dieses Ergebnis zu erreichen, mussten die Mitarbeiter der Sparkasse enorm viel leisten. Das ließ Hagen jetzt bei der Zweckverbandsversammlung des Geldinstitutes im Neuenrader Kaisergarten durchblicken.

Nicht ohne Stolz verwies er auf die Auszeichnungen innerhalb der Bankenbranche, welche die Vertriebler-Teams abräumten. „Produktivitäts-Star“, „Vorauswettbewerb“, „Kategoriegewinner Westfälische Provinzial“ – das kann sich offenbar sehen lassen. Der Vorstandsvorsitzende kommentierte den Jahresabschluss 2014 umfassend, und die aktuelle Entwicklung der Vereinigten Sparkasse, wagte aber auch einen kurzen Ausblick auf die Zukunft. Zunächst ging er intensiv auf 2014 ein: Im vergangenen Jahr erzielt die Vereinigte Sparkasse demnach bei einer Bilanzsumme von 1,556 Milliarden Euro ein Betriebsergebnis von rund 22,1 Millionen Euro, das nach Steuern immerhin noch bei knapp 9,12 Millionen Euro liegt. Die Sache mit den Steuern freut dabei sicherlich Kämmerer und Bürgermeister im Verbreitungsgebiet der Vereinigten Sparkasse. Allein Plettenberg kassierte hier Gewerbesteuer in Höhe von mehr als 850 000 Euro. Insgesamt kassieren die beteiligten Kommunen 2,8 Millionen Euro.

Das Kreditvolumen jedenfalls stieg um satte 230 Millionen Euro auf 1,16 Milliarden Euro. die Zuwächse bei den Krediten wurden in allen Sparten erzielt, Kerngeschäft bleibt dabei aber die Finanzierung aus Förderkrediten der öffentlichen Hand. Da säßen gerade bei der Vereinigten Sparkasse die Experten.

Was das Jahr 2015 anbelangt, so läuft es wohl noch rund, sagte Hagen. Das Kreditgeschäft wachse weiter, auch mit dem aktuellen Einlagengeschäft ist man zufrieden. Auch die anderen Kennzahlen sind gut – bis jetzt.

All das vollzieht sich in einem schwierigen Umfeld für Banken und andere Finanzdienstleister. Die Margen werden geringer. Der Regulierungswust („Regulatorik“) fast unerträglich. Kai Hagen wurde deutlich. „Wir müssen uns auf schwierige Zeiten einstellen. Es wird schlechter und schwieriger – nicht nur bei uns. Und wir werden geringere Erträge erzielen.“ Aber – man sei natürlich gewappnet und bestens aufgestellt.

Kai Hagen verwies noch einmal auf die Verlierer der Zinspolitik: Für jene, die Vermögen bilden wollen wird es schwierig. Guthabenzinsen tendieren gegen Null bei einer Inflationsrate von rund zwei Prozent. Ein plastisches Beispiel brachte Hagen in diesem Zusammenhang: „Bei einem Zins von 0,2 Prozent würde es 350 Jahre dauern bis sich ein Vermögen verdoppele, bei sieben Prozent würde es nur knapp zehn Jahre dauern“. Hagen verwies auf die Lebensversicherer, welche bei dem aktuellen Zins in acht Jahren rote Zahlen schreiben würden.

Von Peter von der Beck

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