Unterhaltsames Konzert der Männerchöre

+
Beim Herbstkonzert begleitete Chordirektor Eugen Momot die Sänger der Chöre MGV Liedertafel Neuenrade, MC Böddinghausen und MC Verse-/Ahetal am Flügel.

Neuenrade -  Drei Männerchöre, eine junge Pianistin und eine Instrumentengruppe aus Sankt Petersburg waren Garant dafür, dass „Eine Reise ins Glück“ zu einer kurzweiligen Unterhaltung wurde. Am Samstag hatten der MGV Liedertafel Neuenrade, der MC Böddinghausen und der MC Verse-/Ahetal zum gemeinsamen Herbstkonzert in die Aula der Hönnequell-Schule geladen.

Etwa 150 Zuhörer waren der Einladung gefolgt. Musikalisch wurde es fast schon eine „Reise in die Welt“ – das teilte Moderator Heinrich Jüngermann (Böddinghausen) im lockeren Plauderton mit vielen humorvollen Infos dem aufmerksamen Publikum mit. Chordirektor Eugen Momot, der alle drei Männerchöre unter seinem Dirigat hat, zog alle Register guter gesanglicher Unterhaltung.

Momot, der mehr als 50 Sangesbrüdern auf der Bühne den musikalischen Takt vorgab, war in seinem Element. Es war nicht nur das Dirigat, mit dem er seinen Sängern einheitlich Ton und Einsatz rüberbrachte, es war seine spielerische Art, mit der er am Flügel die Musikwerke mit satten Harmonien untermalte. Sowohl beim bekannten Auftaktstück „Eine Reise ins Glück“ als auch beim folgenden „La Mer“ vermittelte er Rhythmus in bester swingender Art und Weise. Das kam an beim Publikum.

Momots Tochter Alexandra, vielfach in Klavierwettbewerben von Fachjurys ausgezeichnet und mit Preisen geehrt, stellte ihr Können mit der Ungarischen Rhapsodie Nr. 13 von Franz Liszt unter Beweis. Die 16-Jährige konzertiert bundesweit auf hohem Niveau. Alexandra Momot verfügt über eine brillante Technik. Die Tasten am Flügel nutzt sie in jeder Hinsicht, um ihre gestalterische Kraft und Musikalität zu zeigen. Ihre bemerkenswerte Spielfreudigkeit prägte auch die Wiedergabe der Liszt-Komposition.

Chordirektor Eugen Momot und seine Sänger verstanden es, mit „Der Wanderer“, dem „Liebe das Leben“ und dem temperamentvollen „Ticino e Vino“, den Übergang zum Newa-Quartett aus Sankt Petersburg zu schaffen. Die fundierte Musikausbildung der russischen Instrumentalisten prägt ihr Spiel auf der Balalaika, dem Knopfakkordeon und dem Balalaika-Kontrabass. Ob klassische Stücke oder Folklore – was sie intonieren, kommt bei den Zuhörern an. Die Musik der Instrumentengruppe gibt teilweise den Blick ins russische Seelenleben frei. Das gefühlvolle Spiel kommt zum Vorschein, ist unüberhörbar. Sowohl der „Walzer Nr. 2“ als auch die „Petersburger Schlittenfahrt“, das bekannte „My Way“ und der griechische „Sirtaki“ ließen das Publikum begeistert und klatschend mitgehen.

Das Newa-Quartett versteht es, seine Zuhörer ins Geschehen einzubinden. In traditioneller russischer Kittelkleidung sucht die Gruppe die Nähe der Konzertbesucher: Wenn sie in deutscher Sprache radebrechend etwas erklären, dann zählt das ebenso zur wohl durchdachten Show wie das Musizieren auf anderen Instrumenten.

Sangesbruder Walter Franze wurde plötzlich zum Instrumentalisten der Newa-Musiker – sehr zur Freude des Publikums. Immerhin lernte er mit dem zweckentfremdeten Streichbogen eines Kontrabasses, einer Säge schaurig-schöne Töne zu entlocken.

Mit vierstimmigen Arrangements zeigten die MGV-Sänger, dass sie qualitativ mithalten können. „Beim Kronenwirt“, „Humulus Lupulus“, „Troika-Glocken“, „Schau, was Liebe ändern kann“ und „Die Welt ist schön“ – stimmgewaltig bewiesen sie, dass sie als Männerchöre zum kulturellen Leben nach wie vor einen wichtigen Beitrag leisten. Als Zugabe gab es abschließend den „Kosakenritt“.

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare