„Unsere Dörfer müssen gestärkt werden"

Bei der Bürgerversammlung wurde neben der aktuellen Flüchtlingssituation in Neuenrade der Plan zur Dorfentwicklung in Affeln vorgestellt.

Affeln - Das Interesse war so groß, dass die Bestuhlung im Gastraum von Gasthof Willeke-Wortmann nicht ausreichte. Das große Thema bei der Bürgerversammlung am Montag war neben der 525 Jahrfeier 2017 und der aktuellen Flüchtlingssituation in Neuenrade die Dorfentwicklung in Affeln.

 „Unsere Dörfer müssen gestärkt werden und langsam wachsen“, leitete Bürgermeister Antonius Wiesemann den Vortrag von Bauamtsleiter Marcus Henninger zur geplanten Erweiterung in Affeln ein. Seit 1970 sei Auf dem Felde 2 schon für eine Erweiterung vorgesehen. „Grundsätzlich muss man das auch nicht neu erfinden“, sagte Henninger.

Für Auf dem Felde 2 seien nun 21 neue Grundstücke geplant. „Wir hätten auch mehr und dafür kleinere Grundstücke planen können, aber wir wollten, dass sie zum Charakter der Umgebung passen. Das Baugebiet ist nun komfortabel erschlossen“, erklärte Henninger. Man habe sich auch bereits mit den Landwirten kurzgeschlossen, um sich nicht in die Quere zu kommen. „Es müssen alle koexistieren, daher sind wir auch mit den Landwirten im Gespräch und lassen uns über die Prognosen ihrer Hofentwicklung informieren“, sagte Henninger.

Man müsse bei alledem jedoch beachten, dass Dörfer wie Affeln mit bis zu 2000 Einwohnern nicht großartig wachsen sollten, um zukünftigen Leerstand zu vermeiden. „Noch haben wir in Affeln eine Unterdeckung und Häuser lassen sich gut verkaufen. Jedoch wird der demografische Wandel auch Affeln irgendwann treffen. Daher muss man genau wissen, wo man anfängt und wann man aufhört. Auch Affeln wird irgendwann schrumpfen“, betonte Henninger. Jedoch sei der demografische Wandel ein deutschlandweites Phänomen, das für Affeln im Moment noch untypisch ist.

Es stehe nun auch ein Zeitfenster für die Bewilligung des Bauplans: Vor der Sommerpause wird der Plan der Politik vorgelegt, die dann entscheidet, ob man mit der Erweiterung fortschreitet. Dann wird die Öffentlichkeit mit einbezogen. „Wenn alles optimal läuft, könnte der Bauplan im Herbst rechtskräftig werden“, blickte Henninger voraus. Dies sei jedoch keine verbindliche Frist. „Man kann immer zurück geworfen werden“, sagte Henninger.

Man sei zudem auf einen Erschließungsträger angewiesen. „Die Stadt Neuenrade ist finanziell nicht in der Lage, das Baugebiet zu erschließen. Es wurden aber vertraglich nicht-bauträgergebundene Flächen festgelegt, sodass ein Teil der Flächen Neuenrade frei zur Verfügung steht.

Ein weiteres Thema bei der Bürgerversammlung war die aktuelle Flüchtlingssituation in Neuenrade, zu der Antonius Wiesemann informierte. „Seit Januar haben wir im Grunde keine neuen Zuweisungen bekommen. Wir haben zum jetzigen Zeitpunkt 251 Flüchtlinge in Neuenrade untergebracht. Die hauptsächlich dezentrale Verteilung war dabei damals die richtige Entscheidung“, blickte Wiesemann zurück. „Anfängliche Bedenken konnten wir glücklicherweise auch schnell nehmen. Ihr habt die Flüchtlinge gut und schnell aufgenommen und integriert“, dankte Wiesemann den Affelnern.

 „Man muss auch klar sagen, dass wir ohne die vielen ehrenamtlichen Helfer die Arbeit nicht hätten stemmen können. Wir haben für diese Arbeit nur zwei zusätzliche Stellen bekommen, und die hätten einfach nicht ausgereicht. Es wäre auch schön gewesen, wenn uns die Politik etwas mehr unter die Arme gegriffen hätte. Es ist schon erstaunlich, was uns alles versprochen wurde und was am Ende bei uns ankam“, sagte Wiesemann.

Für weitere Flüchtlinge sei man vorbereitet. „Wir haben noch Platz. Wir wissen nicht, was in den nächsten Wochen und Monaten noch kommt, ob noch jemand kommt. Aber in Küntrop steht noch ein Gebäude leer und für den Fall der Fälle sind wir vorbereitet“, schloss Wiesemann ab.

Einen Ausblick auf die 525 Jahrfeier im kommenden Jahr lieferte Ortsvorsteher Josef Hochstein. Am 30. April und 1. Mai soll das Jubiläum in Affeln rund um die Schützenhalle begangen werden. Am 30. April findet ab 14 Uhr in der Schützenhalle ein Kuchenbuffet statt. In der Mehrzweckhalle wird es zudem ein Programm für Kinder geben. Außerdem sind ein ökumenischer Gottesdienst, ein Rollenspiel von Schülern der Burgschule und Musik geplant.

 „Abends wird die neue Band Nachtflug spielen. Wir möchten gern alle Dörfer zum Tanz einladen“, kündigte Hochstein an. Am 1. Mai wird dann im Rahmen eines Frühschoppens und unter musikalischer Begleitung der Maibaum aufgestellt werden.

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