Tipps zur Sauberkeit im Familienzentrum Sausebraus

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Familien-Kinderkrankenschwester Christiane Frebel.

NEUENRADE - „Hören Sie auf Ihren eigenen Bauch“, war der wichtigste Rat, den die Familien-Kinderkrankenschwester Christiane Frebel ihren Zuhörerinnen am Mittwochabend gab. Die Referentin war ins Familienzentrum Sausebraus gekommen, um eine Stunde lang „Tipps zur Sauberkeit“ zu geben.

 „Unter-2-Jährige können noch gar nicht merken, dass ihre Blase oder ihr Darm voll sind“, sagte sie zu den zehn Mütter und Erzieherinnen, die zur Veranstaltung erschienen waren. „Mit drei oder vier Jahren sollten Mädchen und Jungen trocken sein“, fuhr Frebel fort. „Aber selbst Fünfjährige, die nachts noch nicht trocken sind, bewegen sich im Rahmen.“

Selbst danach sei ein Rückfall ins Nicht-Trocken-Sein möglich – und zwar dann, wenn Belastungsfaktoren auftreten (beispielsweise die Trennung der Eltern, die Geburt eines Geschwisterkindes, oder ein Umzug) oder das Kind krank wird. Grundsätzlich sei es wichtig, keinen Druck auf die Kinder auszuüben.

Jedes Kind sei anders und entscheide über die Entwicklung am besten alleine. So melde ein Kind von selbst an, wenn es fortan keine Windeln mehr tragen wolle. Schritte in die Selbständigkeit und die Übernahme von Verantwortung seien nie leicht. Die verheiratete Referentin ist selbst zweifache Mutter und weiß, wovon sie redet.

 Christiane Frebel arbeitet bei der Caritas in Lüdenscheid. Empfehlenswert sei die spielerische Hinführung zu – je nach Geschmack – Töpfchen oder gleich zur Toilette. Bilderbücher zum Thema könnten da hilfreich sein, aber auch das Zusehenlassen, wenn Mama oder Papa ins Bad gingen sowie das Probe-Sitzen des Kindes selbst. Zudem solle dem Mädchen oder dem Jungen erklärt werden, dass Stuhlgang der „Abfall des Essens“ sei. Somit könne das Kinder leichter „mit seinem Verlust“ umgehen. Und so sei auch „eine gewisse Regelmäßigkeit“ der Töpfchen- oder Toiletten-Sitzungen nützlich, um sich daran zu gewöhnen.

 Mache das Kind etwas erfolgreich, so solle es dafür gelobt werden. „Übertriebene Begeisterungsstürme sind jedoch nicht angebracht“, warnte Frebel. Das Kind erkenne dann, dass dieser Überschwang „nicht echt“ sei. Andererseits gelte aber auch, sagte Frebel: „Bleiben Sie ruhig, wenn doch einmal ein Malheur passiert ist.“

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