Adventszeit bei 36 Grad Celsius

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Klar, dass Theresa Loch in Südafrika auch einen Adventskalender hat.

Neuenrade/Mbombela - Natur pur. Viel Sonne. Prägende Momente. Aufschlussreiche Gespräche. Anregende Arbeit. Bemerkenswerte Menschen. Einzigartige Landschaften und schließlich auch geregelte Arbeitsverhältnisse – das sind meine ersten vier Monate in Südafrika.

 Das Land ist weiterhin beeindruckend – in vielerlei Hinsicht. Je mehr ich in die Thematik einsteige, desto mehr Spaß und Interesse finde ich an meiner Arbeit; die Vielfalt der Natur in Südafrika fasziniert mich noch nahezu alltäglich.

Das Freundschaftenschließen geht mit jeder Begegnung voran, Kulturunterschiede werden mir bewusster, Verhaltensweise verständlicher, die Arbeit tiefgründiger. Schlussendlich offenbart sich mir Südafrika mit seiner Vielfalt, aber auch seinen Problemen. Durch Bücher, Gespräche und Aufmerksamkeit versuche ich das Land mit seinen Menschen, den Ungerechtigkeiten und seiner Geschichte zu verstehen. Und auch wenn ich bis jetzt nur einen Bruchteil kennengelernt habe, ist dies nur ein Grund mehr, voller Freude auf die nächsten acht Monate zu blicken. Neue Projekte und Workshops laufen derzeit an.

Der Dezember ist auch mit Projekten, Vorbereitungen und Ideenfindung in Zusammenarbeit mit der Zivilgesellschaft für 2016 gefüllt. Vor allem die Community Conservation Resilience Initiative (CCRI) der Global Forest Coalition ist weiterhin eines der prioritären Projekte. Kommende Woche findet der Second National Workshop statt, der Konfrontationen und Diskussionen mit Vertretern der Regierung und Wirtschaft beinhaltet. Weihnachtliche Stimmung kommt bei täglichen Temperaturen um 36 Grad jedoch kaum auf. Doch Plätzchen backen, Glühwein kochen mit anderen Freiwilligen und Post von zu Hause helfen dabei, Heimweh zu vertreiben. Sommerliche Weihnachten hat aber auch schöne Seiten: Den ersten Advent haben wir Freiwilligen zusammen an Wasserfällen verbracht. Wir haben Christstollen auf der Terrasse zubereitet und an Weihnachten grillen wir selbst. Im Dezember und Januar steht auch die Urlaubszeit an. Silvester verbringen wir am Strand in Mosambik mit zahlreichen anderen Freiwilligen. Und im Januar erkunden wir die Ostküste rund um Coffee Bay.

Auch wenn ich jetzt schon beinahe vier Monate in Südafrika lebe, ist jede Gegebenheit unterschiedlich und weiterhin nicht gleich einzuschätzen. Es ist nicht immer leicht, die richtigen Worte zu finden oder sich der Kultur entsprechend zu verhalten, doch was hätte ich anderes erwartet? In Südafrika, einem Land mit großartiger Vielfalt und tiefgreifender Geschichte, ist wohl kaum etwas so einfach, wie es auf den ersten Blick scheint. Dafür gibt es Momente, die ich einfach genieße. Langsam beginne ich sogar über die Affen zu lächeln, die mein Obst klauen. Weitere Infos bei Theresa Loch unter theresa.klara.loch@gmail.com

- Von Theresa Loch

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