Hans-Josef Seidel - Allround-Sportler aus Leidenschaft

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Horst Echterhage bedient das Startgerät, Hans-Joachim Seidel muss 30 Meter sprinten, Waltraud Krekel stoppt die Zeit. Seidel errang jedenfalls mit seinen Leistungen das Goldene Sportabzeichenes ist sein 35. -

Neuenrade - Der Mann ist mit seinen 81 Jahren fit wie ein Turnschuh. Wenn er von Bewegung spricht, dann meint er das auch so, dann ist er in seinem Element. Sportliche Wettkampfstätten sind ihm vertraut und manchmal werden sie für ihn zur Herausforderung.

Dann sprintet er wettkampfmäßig über die Tartanbahn, tritt zum Kugelstoßen an und holt beim Standweitsprung wesentlich mehr an Weite, als es die Zahlen für das Deutsche Sportabzeichen vorgeben: Hans-Joachim Seidel!

In dieser Woche wurde ihm zum 35. Mal das Goldene Sportabzeichen verliehen. Eine Auszeichnung, die für ihn mit viel Händeschütteln und Schulterklopfen verbunden war.

„HaJo“ rufen ihn kurz und knapp seine sportlichen Freunde und Bekannte, wenn es um Zeiten und Weiten geht. Das sportliche Engagement und den sichtbaren Wohlfühlfaktor führt HaJo darauf zurück, dass „ich mich schon immer gerne bewegt habe.“ Von Kindesbeinen an bis ins Seniorenalter hat sich der ehemalige diplomierte Bauingenieur nicht nur beruflich bewegt. Mal war es Tennis, dann war die Leichtathletik und hier besonders die Sprintstrecke. Vor 35 Jahren wollte er erstmals wissen, wie fit er tatsächlich ist, was er sportlich bringen kann. HaJo sprach beim Stadtsportverband vor und erkundigte sich, was an Zeiten, Weiten und Höhen geschafft werden muss, um ein Sportabzeichen zu holen. Damals war es ihm egal, ob es das bronzene, silberne oder goldene Sportabzeichen war. HaJo trumpft seit dieser Zeit mit imponierenden Ergebnissen auf und seit 35 Jahren bekommt und erhält er das Sportabzeichen in Gold. In diesem Jahr haben sie ihm sogar die Zahl 35 ins goldene Abzeichen graviert.

Leistungen von HaJo Seidel aus 2014

Er hat sechs Leistungen absolviert, obwohl nur vier notwendig gewesen wären. Gewertet wurde jeweils die erstgenannte Disziplin. Alle Leistungen waren mit drei Punkten zu bewerten. Also insgesamt 12 Punkte = Gold.) Ausdauer: Walking 7,5 km 68 Min. 18 Sek. (Sollzeit 68 Min. 30 Sek.); Kraft: Standweitsprung 1,80 m (Soll 1,75 m); Kugelstoßen 3 kg: 8,15 m (Soll: 7,25 m); Schnelligkeit: 30 m Lauf 5,8 Sek. (Sollzeit 6,0 Sek); Koordination: Hochsprung 0.95m (Soll 0,95 m); Seilspringen: 25 Mal

Im Gespräch mit dem SV-Autor und beim Fototermin gibt sich Hans-Joachim Seidel von der lockeren aber auch zurückhaltenden Seite, etwas anderes liegt ihm nicht und das mit dem „im Vordergrund stehen“ mag er auch nicht unbedingt und gibt den kleinen Ratschlag mit, „nicht zu dick zu schreiben, die anderen geben sich auch Mühe und haben auch Erfolg.“ Das Understatement passt zu ihm, er meint es ehrlich, Zeitnehmer und Sportfunktionäre können da nur noch mit dem Kopf nicken und ihn bestätigen. Auch der Neuenrader Stadtsportverband mit Horst Echterhage (1. Vorsitzende) und Waltraud Krekel (kommissarische Geschäftsführerin) an der Spitze ist stolz darauf, mit HaJo seinen ältesten aktiven Senior in den eigenen Reihen zu haben. In der Altersklasse der 80- bis 84-jährigen ist er ganz klar das Maß der sportlichen Dinge ist. Ein anderer Senior, der ebenfalls regelmäßig in dieser Klasse im Kampf um eines der drei möglichen Sportabzeichen antritt, ist weit und breit nicht in Sicht.

Im zurückliegenden Jahr wollte es Hans-Joachim Seidel in seiner Altersklasse in der letzten Disziplin, dem Walking etwas ruhiger angehen lassen. Fehlanzeige. Die 7,5 Kilometer schaffte er unter der vorgegebenen Zeit und beim Sprint über 30 Meter trumpfte er auf und unterbot die Vorgaben um 0,2 Sekunden - die Uhren der Zeitnehmer blieben bei 5,8 Sekunden stehen. Bei solchen Zeiten bleibt HaJo auch noch cool und schmunzelt: „Ich bin eben ein Sprintertyp!“ Für seine Altersklasse erstklassige Weiten gab es für ihn auch beim Kugelstoßen und im Standweitsprung.

Seit 1964 wohnt Hans-Josef Seidel in Neuenrade, er ist eines der bekannten Gesichter im Städtchen. Im Waldstadion dreht er manchmal seine Runden, ansonsten liebt er etwas weitere Spaziergänge. Bei den Tenniscracks hat er die ein oder andere Rückhand übers Netz geschmettert und so ganz nebenbei legte er vor wenigen Tagen im Skiurlaub über 200 Kilometer mit einer kleinen Gruppe auf seinen Brettern zurück. Der Lohn für diese sportliche Tätigkeit ist eine beneidenswerte Fitness und auch im kommenden Oktober, wenn er die 82 Jahre geschafft hat, will er wie gewohnt weitermachen. Und dann erwähnt er noch zum Abschluss, dass er 1990 auch schon das große Matterhorn mit 4478 Metern bestiegen hat, „weil ich mich eben gerne bewege......“ - von Udo Schnücker

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