16. Tafelmusik: Benefizveranstaltung mit Orchester im Kaisergarten

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Das Tafelmusik-Orchester-Celli begleitete die Gäste der Benefizveranstaltung musikalisch durch den Abend. Passend zu den gespielten Stücken wurde ein Menü ausgewählt, dessen Bestandteile eine Verbindung zu der Musik herstellen sollten.

Neuenrade - 15 Jahre ist es her, dass die erste Neuenrader Tafelmusik zugunsten der Musikschule Lennetal erklang. Und so konnte Bürgermeister a.D. Klaus Peter Sasse das Publikum im Kaisergarten am Samstagabend zur 16. Tafelmusik begrüßen.

Zu Gast war das Orchester der Musikschule, das einmal mehr in ureigener Sache auftrat. Und das Publikum zog mit: Klaus Peter Sasse zählte 186 Gäste, die einen mittleren vierstelligen Euro-Betrag für die musikalische Förderung der Jugend einspielten. 

Logistisch leisteten die Servicekräfte des Kaisergartens an diesem Abend Großes: Fünf Gänge plus ein Aperitif zur Begrüßung mussten zugestellt werden, was sich unschwer auf fast 1000 zu beladende und auszuliefernde Teller hochrechnen lässt. 

Wundersam und erfinderisch

Auf wundersame und erfinderische Weise hatte Klaus Peter Sasse die Speisenfolge wieder mit der gespielten Musik in Verbindung gebracht, wobei die Schilderungen der verschlungenen Wege, die er dabei gegangen war, einen erheblichen Anteil an den Programmpunkten des langen Abends hatten. 

Lokalbezug hatte der zur Begrüßung gereichte Aperitif: Bürgermeister Antonius Wiesemann hatte zur Unterstützung der Benefizveranstaltung in seinen Weinkeller gegriffen und einige Flaschen seines „Berentroper Klostergartens“, spendiert, die der Hobby-Winzer im Jahr 2015 den knapp 100 Quadratmetern seiner privaten Parzelle abgerungen hatte.

Nach der kleinen Stärkung ging es mitten hinein in den klassischen Teil der Musik des Abends, deren Schwerpunkt sich diversen Formen des Tanzes widmete. Moderator in Sachen Musik war Sebastian Hoffmann. Er erzählte die Geschichte von Antonín Dvoráks „Slawischen Tänzen“, bevor das Orchester sich einer Auswahl daraus widmete. Dass der tschechische Komponist als Sohn eines Metzgers aufwuchs und selber diesen Beruf ergreifen sollte, bahnte den Weg zur Vorspeise: Prager Schinken mit Waldorf-Salat an Madeira-Soße. 

Schwanensee und Stroganoff

„Tor!“, rief plötzlich jemand, denn natürlich wollten viele wissen, wie sich das Fußballspiel zwischen dem BVB und den Bayern entwickelte. „Schönheit und Schmerz spielen eine große Rolle in der Musik von Peter Tschaikowsky“, erläuterte anschließend Sebastian Hoffmann und erzählte die Geschichte von jung Siegfried und der Schwanenjungfrau, die je nach Geschmack mit ganz verschiedenen Ausgängen erzählt werden kann. 

Klaus Peter Sasse vertiefte sich noch weiter in die Details der Ballettmusik „Schwanensee“, aus der das Orchester mehrere Stücke spielte. Anständigerweise hatte er in Absprache mit dem Küchenchef ein Schwanenragout als erste Hauptmahlzeit verworfen und stattdessen „Beef Stroganoff“ auf die Speisekarte gesetzt. Es folgte ein kleiner Block mit Filmmusiken aus „Der mit dem Wolf tanzt“ und „King Arthur“. Klaus Peter Sasse streckte sich mächtig, um letzteren mit der anschließenden Lauchcremesuppe in Verbindung zu bringen und landete bei der Porreestange im walisischen Wappen.

Die geschliffenen Herleitungen zur immensen Bedeutung dieses Kultgemüses lösten ein immer mehr anschwellendes Schmunzeln beim Publikum aus. Leonard Bernsteins „West Side Story“, „Romeo und Julia“ auf Amerikanisch, ließ sich hingegen recht geschmeidig in Beziehung setzen zum gereichten Truthahn, den die bedauernswerten Amerikaner bekanntlich „Turkey“ nennen müssen. 

Ein Ende mit Samba-Rhythmus

Der Karamell-Pudding zum Nachtisch, „Dulce de Leche“, führte schließlich weit zurück in die Kindheit des großen Astor Piazzolla. Michael Baasner hatte dessen traurig-schönen Tango-Klassiker „Adios Nonino“ für das Orchester eingerichtet und spielte selber das Akkordeon. 

Komponist Ary Barroso gab den Schlagzeugern des Orchesters mit seinem bekannten „Brazil“ noch einmal die Chance, kraftvoll zuzuschlagen und das Konzert im Samba-Rhythmus zu Ende zu bringen. Was folgte, war noch ein kleines Gastspiel beim Meister des Ragtimes: Scott Joplin.

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