Steigende Anmeldezahlen an Freier Waldorfschule

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Die Freie Waldorfschule in Neuenrade legt Wert auf ein breites Angebot – Stärken sollen erkannt und gefördert werden.

Neuenrade - Tendenziell steigende Anmeldezahlen und viele Neuzugänge – bei der Freien Waldorfschule Neuenrade ist man zufrieden mit der Entwicklung.

 Das sagt Claudia Malcus, die für die Öffentlichkeitsarbeit der Schule zuständig ist. Dabei sei nicht nur das laufende Schuljahr positiv gewesen, sondern auch der Blick auf das kommende stelle die Schule wieder sehr zufrieden.

„Es wurden zwölf Kinder für die erste Klasse angemeldet. Wir fangen immer mit geringeren Klassenzahlen an, viele Schüler kommen dann in den nächsten Schuljahren als Quereinsteiger dazu“, sagt Malcus. In diesem Schuljahr sei sogar die 260-Schüler-Marke geknackt worden – zu Beginn des Schuljahres waren es noch 250.

Rückblickend stellte Malcus außerdem fest: „Vor elf Jahren waren noch 110 Kinder auf dieser Schule.“ Die Entwicklung sei also enorm: „Wir sind zufrieden, können aber immer noch Kinder gebrauchen.“ Die 5. Klasse sei derzeit sogar voll, die 2. und 3. fast und auch bei den übrigen Klassen habe es einige Nachkömmlinge gegeben. „Oft melden Eltern ihre Kinder erst auf einer staatlichen Schule an, weil sie zögern“, so Malcus. Auch der Fahrtweg schrecke viele anfänglich ab.

 „Aber dann gibt es die ersten Probleme auf der neuen Schule: das hohe Lernpensum, der Druck ist zu hoch oder das Kind kommt nicht mit den anderen Schülern oder einem Lehrer zurecht.“ Dann stelle sich schnell Unzufriedenheit ein. Eltern würden sich oftmals an Infotagen, die die Waldorfschule regelmäßig anbiete, oder am Tag der offenen Tür informieren und dann das erste Gespräch suchen.

Wenn nach einem gemeinsamen Beratungsgespräch mit dem Kind alle einverstanden seien, werde meist eine Probewoche angeboten. „Das Kind wird für die Zeit dann von der Schule freigestellt und macht bei uns mit.“ Natürlich bliebe nicht jedes Kind: „Die meisten wollen aber nicht mehr weg“, sagte Claudia Malcus. Es gehe an der Waldorfschule mehr um ein miteinander und der Druck sei nicht so groß. Die Schüler seien erst kürzlich gefragt worden, was ihnen an der Waldorfschule am besten gefalle. Die Antwort: „Hier kümmert sich jeder um den anderen.“ Die Abschlüsse an der Waldorfschule unterscheiden sich nicht von denen staatlicher Schulen. Lediglich der Zeitraum sei ein anderer.

 „Die zentralen Abschlussprüfungen für einen Hauptschulabschluss oder die mittlere Reife – auch mit Qualifikation – finden bei uns erst nach der elften Klasse statt.“ Auch das zentrale Abitur erhalte man erst nach der Klasse 13. Das liege aber nicht an einem langsameren oder geringeren Lernpensum, sondern gerade an dem vielfältigeren Angebot, das die Schule biete, betonte Malcus. Es gebe mehr Fächer, vor allem waldorfpädagogische. Und auch zahlreiche Praktika, die in den verschiedenen Klassenstufen gemacht werden. „Bei uns machen die Schüler nicht nur ein Betriebspraktikum, sondern lernen auch die Landwirtschaft oder soziale Bereiche kennen.“

 Das breite Angebot ermögliche der Schule außerdem, intensiver mit den Stärken der Schüler zu arbeiten. „Sie werden bei uns gut entlassen. Sie müssen noch so viele Jahre arbeiten gehen, da ist ein Jahr mehr kein verlorenes Jahr.“

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