Startschuss für den Bau der neuen Produktionshalle bei Muschert + Gierse

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Bei Muschert + Gierse – hier eine aktuelle Aufnahme – ist bald Baubeginn für die neue Produktionshalle – mehr als ein halbes Jahr nach dem Brand.

Neuenrade - „Wir planen eine vollkommen neue Fabrik“. Iris Middendorf sagt das nicht ohne Stolz.  Und dass jemand eine Genehmigung für eine derartige Anlage nach Bundes-Immissionsschutz-Gesetz in relativ kurzer Zeit nach einem derartigen Großbrand bekommt, scheint auch nicht selbstverständlich zu sein.

Jetzt geht es sichtlich voran, in Kürze ist Baubeginn bei Muschert + Gierse. Vorausgegangen war dem Ganzen ein gewaltiger Industriebrand: Am Abend des 9. Novembers vergangenen Jahres wurde durch einen technischen Defekt der Brand ausgelöst „und 80 Prozent der Produktionsanlagen der Neuenrader Firma Muschert + Gierse (Spezialist für Oberflächentechnik) zerstört“. Menschen kamen dabei nicht zu Schaden.

 Eine Halle mit einer großen, 2012 in Betrieb genommenen Anlage konnte vor dem Feuer bewahrt werden. Die Produktion lief hier bereits zwei Tage nach Brand weiter.

Seit dem Brand habe man im Unternehmen noch mehr als vorher gearbeitet – allerdings kaum wahrnehmbar für jemanden, der am Firmengelände vorbei gelaufen sei, teilt Iris Middendorf (Geschäftsleitung) mit. Und nun könne eben der Start auch öffentlich sichtbar vorangehen, denn die Genehmigung zum Baubeginn nach Bundes-Immissionsschutz-Gesetz „liegt endlich beurkundet im Hause Muschert + Gierse vor“, schreibt Middendorf.

Der Weg dorthin sei höchst arbeitsreich gewesen: Direkt nach dem Brand habe der unternehmenseigene Planungsstab mit externer Unterstützung damit begonnen, die Akten für die behördliche Genehmigung zu erarbeiten. „Hallen, Anlagen, Peripherie … alles musste unter dem Aspekt erhöhter Brandschutzauflagen, Beachtung des Gewässerschutzstreifens, Anlagengrößen und zur Verfügung stehender Fläche komplett neu geplant werden“, heißt es von Iris Middendorf. Hilfreich hierbei sei, dass das Unternehmen auf einem eigenen und sich anschließenden Grundstück von Grund auf neu planen konnte. „Eine neue Fabrik innerhalb kürzester Zeit und unter diesem Druck zu planen, war ein Kraftakt für die Planungsmannschaft von Muschert + Gierse“, heißt es in der Mitteilung. Zu bewältigen war das offenbar nur durch erhebliches Engagement: „Viele Abende und Wochenenden mündeten dann Anfang Mai in 33 prall gefüllte DIN-A4-Ordner. Und Dr. Olaf Scheffler, technischer Leiter des Unternehmens, ließ es sich nicht nehmen, diese wertvollen Dokumentenberge persönlich nach Dortmund zu fahren.“

Und jetzt ist es amtlich: Die Verantwortlichen von Muschert + Gierse dürfen offiziell mit dem Bau starten. Das Unternehmen plant eine Halle von insgesamt rund 6000 Quadratmeter Fläche. Der Bauauftrag ebenso wie Anlagenaufträge wurden vergeben. Mit dem tatsächlichen Baubeginn rechnet Muschert + Gierse nun in drei bis vier Wochen.

„Mit dieser Genehmigung ist der erste Meilenstein geschafft. Für Außenstehende kaum erklärbar, welchen Auflagen wir in unserer Branche unterliegen. Unter anhaltendem Volldampf arbeiten wir weiter, bis alles wieder steht,“ wird der Geschäftsführer und Inhaber, Gert Middendorf, zitiert.

Bilder vom Brand

Muschert & Gierse in Küntrop brennt

 Der Schaden, der bei Muschert + Gierse damals durch den Brand entstand, lässt sich kaum beziffern, liegt aber wohl im zweistelligen Millionenbereich. Seinerzeit gab es eine Schätzung der Polizei, welche sich auf 15 Millionen Euro belief.

Wie dem auch sei: Das Brandschadenbewältigungssystem bei Muschert + Gierse Oberflächensysteme hat funktioniert – dank des kreativen Managements und der loyalen, leistungsstarken Mitarbeiter, dazu gehörte sicher auch eine Portion Improvisationskunst. Recht flott lief die Produktion des Oberflächenveredlers weiter, im Zweigwerk Heiligenstadt wurde ein Teil der Produktion mit übernommen. Ein Teil der Kunden wanderte dennoch zur Konkurrenz. Middendorf: „Wir hoffen, dass die wieder kommen“.

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