Sport für eine gute Beziehung zwischen Hund und Halter

Die kontinentale Bulldogge Betty hat das Hindernis Tunnel locker geschafft. - Fotos: Schnücker

Neuenrade - Seit einigen Monaten bietet das Hundeberatungszentrum Werdohl auf einem neuen Hundeplatz im Küntroper Industriegebiet die Hundesportart „Mobility“ an. Diese hat das Ziel, dem Hund zu positiven Lernerfahrungen und zu mehr Selbstbewusstsein zu verhelfen.

Das Wort „Mobility“ hat die Werdohler Tierpsychologin Dagmar Mariß geprägt. Es ist angelehnt an die moderne Hundesportart „Agility“, die aus England stammt und im Kern die schnellstmögliche, fehlerfreie Bewältigung einer Hindernisstrecke – eines Parcours – erreichen will.

Von turnierähnlichen Wettkampfbedingungen ist die heimische Tierpsychologin abgerückt. Ihr Konzept sieht zwar vor, den Gerätesport zu übernehmen und zu nutzen, aber ohne Zeitlimit und damit ohne Stress für Hund und Halter. Dafür soll der Spaß zwischen Frauchen und Hund beim Lernprozess auf der ungenutzten Wiese an erster Stelle stehen. „Das harmonische Miteinander und das gegenseitige Vertrauen werden gefördert“, umreißt die Tierpsychologin das Ziel.

Für sie sei es wichtig, dass der Mensch mit seinem vierbeinigen Freund deutlicher und besser kommunizieren kann. Das habe zur Folge, dass der Hundehalter im Umgang mit seinem Tier mehr Sicherheit erlange und die Hundeführung besser wahrnehme. Generell strebe sie an, dass Hund und Herrchen zu einem Team zusammenwachsen. Eine klare Absage erteilt das Beratungszentrum dem „Oberfeldwebel-Kommandoton“.

Das „Mobility“-Konzept nehmen etliche Hundefreunde an. Für fast alle Hundehalter ist diese Art der Tierziehung neu, erst seit wenigen Wochen sind sie mit ihren Tieren auf dem Platz und verzeichnen bereits Fortschritte.

Hündin Luna, ein Mischlingshund aus Rumänien, hat die Frustration der Vergangenheit abgelegt. Freudig wedelt sie mit dem Schwanz und wartet ungeduldig darauf, mit Frauchen Barbara über den Parcours zu gehen. Auch wenn es noch nicht richtig klappt, sind beide zufrieden. Auch die neunjährige Sophia hat Freude am Training. Zusammen mit ihrer fast einjährigen kontinentalen Bulldogge Betty schafft die motivierte Schülerin die Strecke. Zum Abschluss gibt es für Betty ein Leckerli.

Zu den vierbeinigen Musterschülern zählt der kleine Gismo (Pinscher / Pekinese), der durch die Torstangen flitzt, locker durch den Tunnel rennt, die kleinen Hürden überspringt, die Wippe meistert und wie ein Champion auf die Belohnung wartet.

Die Hundehalter favorisieren eine Erziehung ohne Druck, Ungeduld oder sogar Strafreize. Perfektion ist nach Meinung der Gruppe nicht alles. „Bei Mobility kann der Mensch endlich einmal den Verstand ausschalten und einfach Spaß mit seinem Hund haben. Dadurch wird eine Brücke zwischen Mensch und Hund gebaut“, beschreibt eine Hundehalterin ihre Erlebnisse.

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