Sehenswerte Exponate im neuen Stadtmuseum

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Klaus Peter Sasse präsentiert hier Vaterland-Räder, die nun im Stadtmuseum stehen.

Neuenrade - Kein Zweifel: Es hat Charme – das neue Stadtmuseum. Ein Kleinod in der Innenstadt mit Exponaten gefüllt, die wahre Schätze sind. Nicht Gold und Geschmeide sondern Objekte, die Geschichten erzählen.

 Schätze, die bislang verborgen ihr Dasein fristen mussten und nun Neuenrader Stadtgeschichte beleuchten. Sei es der große Allwettermantel des Landbriefträgers oder tatsächlich eine Vaterland-Nähmaschine oder jene Klampfe, die eine Frau, Mitglied der Wandervögel, ihr Leben lang begleitet hat.

Die filigran gearbeiteten Musikinstrumente, die robusten Fahrräder, das Grammophon oder die Flinten aus Neuenrader Produktion, das Handwerkszeug von Busfahrern, Schaffnern und Eisenbahnern. Wer älter als 50 ist, wird jene kleinen mechanischen Wählscheiben-Wunderwerke noch kennen, mit der der Fahrschein ausgegeben wurde. Oder das Faksimile der evangelischen Kirchenordnung.

Drei Bereiche gibt es in dem Museum: Die historische Abteilung zur Stadtgeschichte, für die Dr. Rolf Dieter Kohl verantwortlich zeichnet, die Abteilung Industriegeschichte, die Klaus Peter Sasse konzipiert hat, und die große Abteilung Verkehrsgeschichte, die in der Verantwortung von Heinz-Werner Turk liegt.

Zudem gibt es eine kleine elektronische Abteilung, ein Großbildschirm und Rechner. Dort kann das bekannte Stievermannsche Buch zur Stadtgeschichte Neuenrades in digitaler Form abgerufen werden. Wer nur etwas Fantasie mitbringt, wird seine Freude an dem kleinen Museum haben, das die drei Herren konzipiert und komponiert haben.

Die drei haben ungezählte Stunden in das Museumsprojekt gesteckt und waren dabei auch dankbar für Uli Tillmann, der sie handwerklich unterstützt hat. Noch gestern setzten Dr. Kohl und Co noch wieder Türen in ihre Angeln und der Pinsel kam noch zum Einsatz. Also: Wer nun die Gegenwart Neuenrades besser verstehen will, für den lohnt sich der Besuch.

Er erfährt, wie hier Verkehrsinfrastruktur, Stadtentwicklung, historische Entscheidungen und industrielle Entwicklung ineinandergreifen. Gestern bekamen sie noch einen Scheck in Höhe von 3700 Euro von der Sparkasse überreicht, das neue Stadtmuseumsschild, gespendet von der Firma H. Büsche wurde angebracht und der Altbürgermeister sah sich bemüßigt darauf hinzuweisen, dass die Stadt das Museum jährlich mit 2500 Euro unterstützt. Nur so sei das Museum lebensfähig. Auch der Arbeitgeberverband (3000 Euro) und viele nicht genannte Sponsoren aus der Industrie helfen. So wird aus „Statt Museum“ – seinerzeit so getauft aus Protest gegen eine abgelehnte Förderung – nun tatsächlich ein mit viel Herzblut gestaltetes und sehenswertes Stadtmuseum.

Am Samstag ist um 15 Uhr die feierliche Eröffnung des Museums durch Dr. Rolf Dieter Kohl, Vorsitzender des Geschichts- und Heimatvereins. Geöffnet ist das Museum an dem Tag von 13 bis 17 Uhr. Künftig ist es jeden 3. Sonntag im Monat von 15 bis 17 Uhr geöffnet; Sonderführungen sind auf Anfrage möglich. - Peter von der Beck

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