"Schweren Herzens von Neuenrade getrennt" - Dr. Jürgen Etzler verlegt Tätigkeit nach Plettenberg

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Dr. Jürgen Etzler verlegt seine Tätigkeit nach Plettenberg.

Neuenrade - Der seit knapp 40 Jahren in Neuenrade ansässige Arzt Dr. Jürgen Etzler (77) hat die Stadt an der Hönne in Richtung Plettenberg verlassen.

Seine Praxis, das Institut für Arbeitsmedizin (IFAM), die über viele Jahre an der Werdohler Straße angesiedelt war, ist vor einigen Tagen komplett ins Plettenberger Krankenhaus verlegt worden. Seine Privatpatienten will er weiterhin betreuen. Ab 1980 baute Etzler zunächst allein das Institut auf, bevor Dr. Margit Ulitzka die Erweiterung mit vorantrieb, berichtet Etzler. Seit 1981 ist er, neben seiner Arbeit als Internist und Betriebsmediziner, auch als Fliegerarzt tätig. Auf Drängen von Arnold Menshen, dem damaligen Vorsitzenden des Flugsportvereins „Knackeulen“, habe er sich dazu ausbilden lassen, damit die jungen Flugschüler nicht in weit entfernte Untersuchungsstädte wie zum Beispiel Hagen, Arnsberg oder Dortmund mussten. Im Jahr 2004 gab Etzler seine kassenärztliche Tätigkeit auf und widmete sich zunehmend der Betriebsmedizin, der Flugmedizin und seinen Privat-Patienten. Zeitgleich trat Veronika Gumenjuk als weitere Teilhaberin in die ehemalige Gemeinschaftspraxis Etzler/Heidrich-Meisner ein.

Anfang 2012 stieg Dr. Till Hoja in das Institut ein, übernahm es später und hat es jetzt als Chef der Radiologischen Abteilung des Städtischen Krankenhauses Plettenberg dem Krankenhaus übergeben. „Die Arbeit des Instituts für Arbeitsmedizin besteht im Wesentlichen aus Vorsorgeuntersuchungen, Einstellungsuntersuchungen und Überwachungsuntersuchungen der in der Industrie tätigen Bevölkerung“, berichtet Eztler. Dabei werde untersucht, inwiefern eine Person tauglich für einen bestimmten Beruf sei. Aufgrund der ärztlichen Schweigepflicht würden dem Arbeitgeber jedoch nicht die genauen Untersuchungsergebnisse genannt. Nur der Grad der Tauglichkeit werde mitgeteilt.

Im Gegensatz zu anderen Instituten für Arbeitmedizin im Märkischen Kreis hat das IFAM weit über Neuenrade hinaus Wirkungsstätten, so zum Beispiel in Niedersachsen, im Raum Arnsberg, in Attendorn, Remscheid und Hagen. In den vergangenen zwei Jahren wurde im Verwaltungsgebäude des Krankenhauses Plettenberg Platz für eine weitere Untersuchungsstätte geschaffen. Diese fiel wesentlich größer aus als die in Neuenrade, sodass es das Ziel der Krankenhaus-Verwaltung in Plettenberg gewesen sei, beide Untersuchungsstellen zusammen zu legen.

„So blieb Etzler letztlich nichts anderes übrig, als seinen Tätigkeitsbereich nach Plettenberg zu verlegen“, heißt es in einer Erklärung des IFAM. Mit der Verlegung ginge auch die gesamte Einrichtung, das Personal und die Ärzte in die Verwaltungsbefugnis des Krankenhauses Plettenberg über. „Nachdem Ulitzka und Etzler das Institut über Jahre gemeinsam aufgebaut hatten, konnte er dieses Kind, die Betriebsmedizin, nicht alleine laufen lassen und musste sich schweren Herzens von Neuenrade trennen“, heißt es weiter in der Erklärung. Etzler hat im Übrigen seinen Privatpatienten versprochen, sich bis zum Ende seiner ärztlichen Tätigkeit weiter um sie zu kümmern.

Für den 77-Jährigen, der auf dem Gut Baukloh in Werdohl lebt, werde Neuenrade weiterhin die Heimat seines Wirkens sein. Fast 40 Jahre an der Basis der Versorgung der Bevölkerung seien nicht ohne nachhaltigen Eindruck geblieben. Der Umzug nach Plettenberg sei ihm nicht leicht gefallen, aber vor dem Hintergrund einer gut ausgerichteten Struktur werde ihm auch die Arbeit in Plettenberg Spaß machen.

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