Freifunk, Pinnwand und Sprachkurse für Flüchtlinge

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Integrationsbeauftragte Sandra Horny berichtete den Ausschussmitgliedern von der aktuellen Flüchtlingssituation.

Neuenrade - Die Integrations- und Willkommenskultur-Maschinerie in Neuenrade kommt nun so richtig in Gang: Ein gutes Dutzend Sprachkurse laufen in der Bücherei, Ehrenamtliche bringen den Asylbewerbern die wichtigsten Vokabeln für den Alltag bei, Sprach-Scouts der 9. Klassen befassen sich mit Flüchtlingskindern.

Zudem wurde Deutsche Lern-Literatur angeschafft, der Kopierer läuft heiß, das Behinderten-WC in der Bücherei ist aktuell vollgestellt mit Spielzeug für die Flüchtlingskinder. Und für all jene, die Deutsch lernen, gibt es Begrüßungstaschen mit nützlichen Utensilien.

Sandra Horny, Integrationsbeauftragte der Stadt, präsentierte jetzt im Rahmen des Ausschusses für Schule, Sport, Jugend und Soziales in einem größeren Rundumschlag die Maßnahmen, welche in Sachen Flüchtlinge laufen. Hilfreiches bekommen die Menschen an die Hand: die Neuenrade-Landkarte mit allen wichtigen Anlaufstellen in Deutsch, Englisch, Arabisch und Französisch. Zur Unterstützung wird auch moderne Technik eingesetzt: Ohne Handy läuft nichts. Ausdrücklich gelobt wird die Übersetzungs-App von Langenscheidt. Und so werden wohl auch die beiden Neuankömmlinge zurechtkommen, die vermutlich nur Farsi sprechen können.

Auch der Freifunk in der Umgebung der Bibliothek sei hilfreich. Das Angebot werde so intensiv genutzt, dass nachmittags aufgrund der vielen Freifunk-User teilweise kaum ein Durchkommen ist. Doch auch das wird verbessert, verspricht der Bürgermeister, wenn denn bald Freifunk-MK in Neuenrade etabliert sei.

Sandra Horny berichtete zudem von einem mehrsprachigen Deutschland-Guide, der den Flüchtlingen zur Verfügung gestellt werden soll. Der befasse sich mit den Sitten und Gebräuchen in Deutschland bis hin zu politischen Rahmenbedingungen. Auch sonst läuft es in der Bücherei und Zelius (Zentrum für Lesen, Integration und Sprache) bestens. Es gibt die inzwischen gut genutzte Pinnwand für „Refugees only“. Bürger können dort Dinge anbieten, die sie Flüchtlingen spenden möchten – vom Schrank über Eckbänke bis hin zur Matratze.

Bernd Buntenbach, einer der 40 Ehrenamtlichen, hat alle Hände voll zu tun – nicht nur beim Deutschunterricht, sondern auch beim Transport der Sachspenden. Er hat einen Anhänger und stellt sich regelmäßig Touren zusammen.

Auch in Sachen Sport für Flüchtlinge läuft es nun langsam an. Der TuS fragt inzwischen bei den Asylbewerbern ab, für welche Sportarten Interesse besteht, es soll inzwischen erste Führungen im Waldstadion geben, um die Möglichkeiten aufzuzeigen. Dringend benötigt werden zudem weitere Fahrräder. Doch sich sicher im Straßenverkehr zu bewegen ist nicht jedem Asylbewerber geläufig. Und so gibt es demnächst –wie an der Grundschule – ein Verkehrssicherheitstraining für Flüchtlinge, um das sich die Radsportabteilung des TuS kümmert.

Und in 14 Tagen soll noch ein Handarbeitskreis mit Flüchtlingsfrauen gegründet werden, den eine Ehrenamtliche leitet. Denn, so hat man im Zelius erfahren, bei vielen Asylbewerberinnen habe diese Handarbeit noch einen ganz anderen Stellenwert.

So kümmern sich viele Einheimische um die Flüchtlinge: Astrid Wagener-Tillmann, Leiterin der Hönnequell-Schule, berichtete von einem herzerwärmenden Brief von Fünftklässlern an sie, die Kuchen verkaufen wollten, um das Geld an die Flüchtlinge zu spenden. Dahinter stecke kein Erwachsener, der die Kinder animiert habe, versicherte sie. Das alles hätten die Kinder selbst organisiert. Es soll nicht das einzige Beispiel für Menschlichkeit bleiben.

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