Schuh Brockhaus schließt zum Jahresende

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Andrea Brockhaus-Passenheim (hinten) mit ihren beiden Mitarbeiterinnen, Filialleiterin Inge Schulte und Aushilfe Angelika Volkmer. Sie alle bedauern die Geschäftsaufgabe.

Neuenrade - Das Schuhgeschäft Brockhaus an der Ersten Straße 18 wird zum Jahresende schließen. Das bestätigte Inhaberin Andrea Brockhaus-Passenheim und nannte gleich mehrere Gründe für ihren Rückzug aus Neuenrade.

Zum einen laufe ihr Mietvertrag aus, sagte Brockhaus-Passenheim. Zum anderen gehen zwei ihrer Mitarbeiter bald in Rente. Und ihr fehle ein richtiger „Textiler am Ort“. Ohne Kleidung könne ein Schuhgeschäft kaum überleben, und da gebe es in Neuenrade lediglich Ernsting’s family.

Zudem hätte Brockhaus-Passenheim eine Menge in den Umbau des Ladenlokals investieren müssen. „Kunden wollen heutzutage auch ein ansprechendes Lokal“, sagt sie. Das sei in Neuenrade an der Ersten Straße einfach nicht mehr gegeben – auch nicht in einem der vielen anderen leerstehenden Objekte. Die Leute seien schließlich nicht umsonst alle gegangen.

Generell habe sich das meiste zum Stadtgarten hin verlagert, bedauert Brockhaus-Passenheim. Sie führe das Geschäft allein und müsse auch die Kosten in den Griff bekommen, so Brockhaus-Passenheim. Eine Mitarbeiterin, die derzeit noch in Neuenrade arbeitet, werde Brockhaus-Passenheim nach Werdohl holen. Keiner werde entlassen. Möglicherweise benötigt sie bald für das Werdohler Geschäft sogar eine Aushife.

Sie wolle nichts halbherzig tun, sondern sich vielmehr auf das Geschäft in Werdohl konzentrieren. Das wolle sie künftig modernisieren und dort investieren. Wann und was genau, wollte die Geschäftsfrau noch nicht verraten.

Andrea Brockhaus-Passenheim ist traurig und wehmütig, das Geschäft nach knapp 21 Jahren in Neuenrade schließen zu müssen – ebenso ihre Kunden. Viele seien traurig und überrascht gewesen, sagte Brockhaus-Passenheim. Seit Donnerstag ist in dem Lokal Ausverkauf. Etliche Kunden sind bereits vorbeigekommen. Nicht nur zum Schnäppchenkauf, sondern auch um Dank auszusprechen und Verständnis zu zeigen.

Für Andrea Brockhaus-Passenheim waren es am Ende viele kleine Dinge, die sie in ihrer Entscheidung bekräftigt haben, das Geschäft in Neuenrade zu schließen. Vor allem bei ihren treuen Kunden bedankt sich die Geschäftsfrau. Es sei immer ein persönlicher, netter und herzlicher Kontakt gewesen. Sie hofft, dass einige im kommenden Jahr auch mal in Werdohl vorbeischauen werden.

Zum Jahresbeginn 2016 steht dann erstmal ein weiteres Lokal an der Ersten Straße leer.

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