Schützenbruderschaft St. Peter und Paul: Feiern und managen

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Frank Rohrmann und Stefan Kemper geben Hintergrundinformationen.

Affeln - 750 Mitglieder – Das ist wahrlich nicht schlecht. Bei knapp 1200 Einwohnern ist quasi jede Familie in Affeln mit der Schützenbruderschaft St. Peter und Paul verbunden.

Und auch optisch wird im Dorf deutlich, dass die Bruderschaft für das Gemeinwesen ihre Bedeutung hat: durch die große, bis zu 1000 Personen fassende Schützenhalle, die schon so manche Feier gesehen hat.

Es ist schon ein gewaltiges Objekt, das allerdings auch unterhalten, gepflegt und teilweise auch modernisiert werden muss – jede Generation hat dazu ihr Scherflein beigetragen. Und das kostet Geld. Christian Oest, 2. Geschäftsführer und Hallenwart, muss hier häufig ran. Bei all dem ziehen die Mitglieder mit. So segneten sie unlängst auch eine Erhöhung des Mitgliedsbeitrags ab. Und auch, dass die Bruderschaft 80 000 Euro für Renovierungs- und Modernisierungsmaßnahmen in die Hand nimmt, wurde durchgewinkt.

Das alles erläuterten noch einmal unlängst der Vorsitzende, Stefan Kemper, in Begleitung von Frank Rohrmann. Die jüngsten Investitionen haben auch einen Hintergrund: Es geht um eine verbesserte Vermarktung der Halle zur Refinanzierung des Objekts. Manche Dinge kommen dabei auch unerwartet: So musste eine zusätzliche Treppe als Fluchtweg gebaut werden. Vorm Hintergrund dieser finanziellen Erfordernisse sei auch die Investition in eine Heizungsanlage besonders wichtig gewesen. Mit der speziellen Deckenheizung könne die Halle flott vor den Veranstaltungen aufgewärmt werden.

Das erweitert die Möglichkeiten, denn ansonsten sei die Halle nur von Ende April bis September vermietbar. Nun könne die Halle auch in der kalten Jahreszeit an den Mann gebracht werden. Es hat funktioniert: „Es gibt mehr Anfragen, mehr Vermietungen.“ Zudem ist die Halle abteilbar und es gibt den sogenannten Speiseraum – ein Nebenraum – der auch für eine mittlere Gästeschar geeignet ist. Auch hier wurde viel investiert: Geld und Arbeitszeit. Allein Thomas Wortmann habe hier mehr als 120 Stunden ehrenamtliche Arbeit investiert. Bei all den verbesserten Optionen mit der Halle betont Frank Rohrmann: „Reich machen wir uns damit nicht“. Es gehe eben darum, dass sich die große Halle refinanziere. Und eine so große eigene Halle zu haben, das habe auch sein Gutes: „Wir sind unser eigener Herr.“

Halle hin oder her: Im Vorfeld des Schützenfestes gibt es reichlich zu tun. Es ist viel zu organisieren, auch angesichts neuer gesetzlicher Vorschriften. So musste man sich um eine Sicherheitsbegleitung des Festumzuges kümmern, weil die Polizei ja nicht mehr involviert ist. Die Anfrage bei der Neuenrader Feuerwehr lief dabei ins Leere. „Schade, dass die Neuenrader Feuerwehr es nicht hinbekommen hat, beim Umzug parat zu stehen. Jetzt machen es die Balver. Auch um eine neue Königskette musste man sich kümmern: Die konnte nicht jeder fertigen. Ein Silberschmied in Stockum fertigte das neue Stück, das am vergangenen Sonntag gesegnet wurde.

Das Schützenfest erfährt immer wieder kleinere Neuerungen. Da sind die Affelner bei Bewahrung der Tradition durchaus innovativ. Sie hören auf ihre Leute. Rohrmann: „Es gibt immer Stellschrauben für ein besseres Schützenfest. Wir nehmen vieles auf, was wir so hören, auch Kleinigkeiten“. So verändere sich immer etwas. Das verhindere eben große, abrupte Änderungen und damit Unmut.

Auch König zu werden wurde in Affeln erleichtert. Es gibt einen finanziellen Zuschuss über 1000 Euro plus Schussgeld, sodass sich alles auf 1200 Euro summiert. Außerdem werde der König während des ganzen Jahres logistisch und menschlich durch den großen Hofstaat unterstützt. Vor allem wenn es um den Besuch anderer Schützenfeste geht. Sie reisen dann schon mal mit 100 Leuten nach Langenholthausen: „Da ist dann sofort große Party“, sagte Rohrmann.

Peter von der Beck

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