Schüler bauen Flaschenöffner

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Schüler der Gemeinschaftsschule Neuenrade und des Berufskollegs für Technik des Märkischen Kreises in Lüdenscheid haben im Rahmen eines gemeinsamen Projektes selbst Flaschenöffner hergestellt.

Neuenrade - Wie wichtig Kooperation ist, zeigte jüngst ein Projekt an der Gemeinschaftsschule, das in Zusammenarbeit mit dem Berufskolleg für Technik des Märkischen Kreises in Lüdenscheid (BKT) im sechsten Jahrgang angeboten wurde.

Um das Interesse für Metallberufe zu wecken haben sich Jörg Leiß, didaktischer Leiter der Gemeinschaftsschule Neuenrade (GEM), und Marcus Kretschmer, Lehrer des BKT überlegt, ein Projekt im Jahrgang sechs anzubieten, welches in diesem Jahr erstmalig getestet wurde. „Wir wollen keine Sackgassen für die Kinder, sondern ermöglichen eine Begabungsförderung im technischen Bereich“, sind sich die beiden einig.

So war Kretschmer mit fünf Schülern aus dem zwölften Jahrgang, die gerne Maschinenbau studieren möchten und in diesem Bereich ihr Abitur anstreben, an die GEM gekommen, um dort einen Flaschenöffner zu bauen. Die Idee dazu kam von den Schülern des BKT selbst und sei einfach umzusetzen. Die technischen Zeichner, die künftig Produktdesign studieren möchten, hatten für dieses Projekt extra eine Zeichnung am PC angefertigt.

„Ihr müsst heute sägen, feilen und Gewinde bohren, bevor ihr euren fertigen Öffner dann in der Hand haltet“, motiviert der Lehrer des Berufskollegs die Schüler der sechsten Klasse. Mit Hilfe der fünf jungen Männer des BKT sägten die Jungen und Mädchen ein Stück aus einer Schraubenmutter, welches später die Flasche öffnen soll. „Die Anna ist so ehrgeizig, die ist schneller fertig als die Jungs“, freut sich Kretschmer darüber, dass auch Mädchen für diesen Berufszweig zu begeistern sind. Am Ende hielt jeder stolz seinen Flaschenöffner aus Metall in der Hand und wusste, welche Arbeit er geleistet hatte.

Wichtig für die Schüler des BKT sei es auch, dass sie mit solchen Maßnahmen lernen, anderen Kindern das Lernen beizubringen und somit Eigenverantwortung übernehmen müssen. Solche Projekte sollen nun jährlich in der sechsten Jahrgangsstufe angeboten werden. In der siebten Klasse fahren die Schüler dann eine Woche lang täglich zum BKT nach Lüdenscheid, um sich die verschiedenen Berufszweige, die dort unterrichtet werden, anzusehen.

Im achten und neunten Jahrgang soll dann der Schwerpunkt auf projektbezogene Arbeit gelegt werden. Dann können sich die Mädchen und Jungen intensiv mit diesem Berufswunsch beschäftigen und dürfen ein Quartal lang jede Woche einmal zum Berufskolleg nach Lüdenscheid fahren, um dort ein Projekt zu erarbeiten. Dies kann dann zum Beispiel ein Radwechsel oder das Hobeln einer Bank sein.

Leiß und Kretschmer sind sich einig, dass es eine große Bandbreite an Projekten gibt, die den Kindern angeboten werden kann. Beide freuen sich auch in Zukunft, regelmäßig zusammen zu arbeiten.

Von Andrea Kellermann-Michels

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