Saxophonist Xavier Larsson Paez spielt in der Villa am Wall

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Der aktuelle Musik-Stipendiat der Märkischen Kulturkonferenz (MKK) kommt nach Neuenrade. Der 24-jährige Spanier tritt am kommenden Sonntag in der Villa am Wall auf.

Neuenrade - Köln und Menorca – das sind derzeit die beiden Lebensmittelpunkte von Xavier Larsson Paez, dem aktuellen Musik-Stipendiaten der Märkischen Kulturkonferenz (MKK). Am Sonntag spielt der Saxophonist gemeinsam mit dem Pianisten Rainer Maria Klaas in der Villa am Wall.

1991 wurde der Sohn einer Französin und eines Schweden in Ciutadella de Menorca auf der kleinen Nachbarinsel von Mallorca geboren. Spät habe er in dieser Vielfalt von Sprachen – Schwedisch, Katalanisch, Englisch und Spanisch – gesprochen, erinnert sich Xavier Paez. Diese Vielfalt musste zunächst geordnet werden. Es war seine Mutter, die durch den Verzicht auf das Französische das Chaos etwas minderte. Mit 16 Jahren ging der Musiker nach Mallorca und verband dort Schule und ein Instrumentalstudium mit den beiden Instrumenten Saxophon und Geige. „Es hat besser geklappt mit dem Saxophon“, blickt er lapidar auf die Entscheidung für sein Hauptinstrument zurück. Die Geige spiele seitdem nur noch eine untergeordnete, „private“ Rolle. 

Auf dem Weg zur künstlerischen Reife kam Xavier Paez dann nach Deutschland und studierte in Köln. Dort legte er zwei Konzertexamina ab – für Kammermusik und Neue Musik, erzählt der Saxophonist zwischen der Probe und dem Auftritt mit dem Märkischen Jugendsinfonieorchester im Kulturhaus Lüdenscheid. Auf dem Programm steht Alexander Glasunows „Konzert für Alt-Saxophon und Streichorchester“. Ja, es gebe nur wenige gute Konzerte für Saxophon und Orchester, bestätigt Xavier Paez im Gespräch: „Zehn vielleicht.“ Doch der Mangel reizt, und inzwischen erfreue sich das Saxophon eines zunehmenden Interesses seitens der Komponisten. Er selber arbeite dafür gerne mit dem ebenfalls in Köln lebenden Komponisten Matthias Krüger (geboren 1987) zusammen. „Neue Musik“, einer der beiden Schwerpunkte aus dem Masterexamen in Köln, steht dabei auch weiterhin im Zentrum von Xavier Paez’ Interesse.

Gemeinsam mit dem Fukio-Quartett, einem Ensemble aus Sopran-, Alt-, Tenor- und Baritonsaxophon, probiert er Neues aus oder variiert das Alte, wie etwa Streichquartette von Joseph Haydn oder Antonin Dvorak. Xavier Paez’ unterschiedliche musikalische Aktivitäten haben aufregende Auslandsreisen zur Folge: 2016 stehen bereits Singapur und Ostasien, Chile und Texas auf dem Plan. In einem derart illustren Feld von Zielen weltweit bietet sich die Frage an, ob der Musiker schon irgendeine Vorstellung von Neuenrade hat. Ratlosigkeit und Schulterzucken bestimmen die Antwort. Ein Navi wird wohl dabei helfen müssen, den Zielort zu erreichen.

Den Auftritt in der Villa am Wall wird Xavier Paez am Sonntag ab 18 Uhr gemeinsam mit dem Pianisten Rainer Maria Klaas gestalten. Auf dem Programm stehen Werke der frühen Moderne von Darius Milhaud, Jacques Ibert und Paul Hindemith. Eher unbekannt sind die französischen Komponisten Fernande Decruck, François Borne sowie der 1980 geborene Spanier David Salleras.

Eintrittskarten für das Konzert am kommenden Sonntag gibt es im Vorverkauf an der Bürgerrezeption im Neuenrader Rathaus für elf Euro und können dort auch unter der Rufnummer 0 23 92 / 69 30 verbindlich reserviert werden. Mögliche Restkarten gibt es an der Tageskasse zum Preis von zwölf Euro.

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