Rotmilane und Windenergieanlagen

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Symbolfoto

Neuenrade - Die Gegner der Vorrangzonenplanung für Windenergieanlagen auf dem Kohlberg nehmen die Unterlagen genauestens unter die Lupe, stellen naturgemäß alles auf den Prüfstand. Und auch um das Vorkommen des Rotmilan auf dem Kohlberg kümmerten sich die Gegner.

So nutzten sie die vegetationsarme Zeit, um etwaige Horste dieser geschützten Vogelart auszumachen. Dass es den Raubvogel dort gibt ist kein Geheimnis. Im Umweltbericht dazu ist Milvus milvus, der Rotmilan, als sicher brütend ausgegeben. Und er gilt als "windenergiesensibel" und "kollisionsgefährdet". Im Rahmen der Artenschutzprüfung II wird dann im Detail überprüft, inwieweit der Rotmilan, der als gefährdete Art eingestuft wird, durch Windenergieanlagen bedroht sein könnte.

Das wird nicht ganz einfach, denn die genauen Standorte der Windenergieanlagen, so heißt es immer wieder, stehen noch gar nicht fest. Im weiteren Verfahren gebe es dann dezidierte Untersuchungen.

Wie Dr. Frank Hoffmann, Vorsitzender des Vereins „Bürgerinitiative rettet den Kohlberg“, auf Nachfrage erläuterte, habe man Angaben über eine Reihe von Raubvogelhorsten im Gebiet Kohlberg-Giebel an die zuständige Stelle beim Märkischen Kreis gemeldet. „Zuvor hatten wir diese Informationen von einem Fachmann auf dem Gebiet der Ornithologie prüfen lassen. Es wäre mehr als naiv, sich in Bezug auf das Vorkommen von Vögeln auf dem Kohlberg auf die Angaben in den von SL Naturenergie in Auftrag gegebenen und bezahlten Gefälligkeitsgutachten zu verlassen“, schreibt Hoffmann. Er verweist darauf, dass man in Sachen Roter Milan sogar mit dieser Vogelart als typischen Vertreter der Kohlbergregion auf dem Hinweisschild am Wanderparkplatz werbe, mit dem Hinweis, die Flugbahn des Vogels zu beobachten.

Bei der Unteren Landschaftsbehörde des Märkischen Kreises verwies Fachdienstleiter Friedrich Wilhelm Korspeter auf ein Treffen, das es am 2. Februar bei der Stadt Neuenrade gab und lobte diesen Zwischenschritt der Stadt. Dort seien auch die Gutachter (für die Stadt), Vertreter des Landschaftsbeirates, die Ehrenamtlichen von Bund (Bund für Umwelt und Naturschutz), Nabu (Naturschutzbund) und LNU (Landesgemeinschaft Naturschutz), ein Vertreter der Bezirksregierung sowie unter anderem Neuenrades Bürgermeister Antonius Wiesemann anwesend gewesen. All das, was man an Informationen bekommen habe – unter anderem zum Thema Rotmilan – habe man an die Gutachter weiter geleitet, erläuterte Korspeter. Es sei gut, dass alle Dinge offen auf den Tisch kämen, damit sie in das Verfahren einfließen könnten.

Der Fachdienstleiter verwies zudem auf das komplizierte Verwaltungsverfahren. Der Windkrafterlass umfasse 100 (!) Seiten und es sei unter dem Strich eine Herausforderung, das umzusetzen. Neuenrades Bauamtsleiter, Marcus Henninger, jedenfalls sagte auf Nachfrage zum Thema Naturschutz: „Artenschutzrechtlich funktioniert die Fläche nach derzeitigem Kenntnisstand.“ 

 Von Peter von der Beck

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