Rotaryclubs ermöglichen Sprachförderkurse

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Sandra Horny und Scout Luna Pielhau (v.l.) beim Sprachförderprojekt in der Stadtbücherei Neuenrade. In Dreiergruppen wird dort gemeinsam gelernt.

Neuenrade - „Sprache verbindet“ – auf Türkisch „Dil birlestirir“ – ist das Motto eines Projektes zur Sprachförderung von Migrantenkindern. Es gehört deutschlandweit zu den Schwerpunkten der sozialen Arbeit einer Vielzahl von Rotaryclubs. Die Rotarier des hiesigen Clubs Altena-Werdohl-Plettenberg gingen damit vor sieben Jahren an den Start.

„Zunächst in Werdohl, wegen des dort hohen Anteils an türkischstämmiger Bevölkerung“, erklärte Projektleiter Prof. Dr.-Ing. Peter Renvert. Die Sprachförderung sei aber nicht auf diese Gruppe fixiert; vielmehr bekomme sie durch den Zustrom an Flüchtlingskindern eine neue Aktualität. Das Angebot ist ausgerichtet auf Kinder ab Kiga-/ Vorschulalter und soll mit Ende des 4. Schuljahres auslaufen. Es anzunehmen, seien zuerst die Eltern gefragt.

Sie haben mit Sandra Horny in der Stadtbücherei Neuenrade einen kompetenten Ansprechpartner. Als Integrationsbeauftragte der Stadt und Leiterin der Bücherei bringt die Sprachpädagogin in enger Zusammenarbeit mit dem Rotary Club Interessierte in Kontakt; auch Clubmitglieder oder Bürger, die sich im Projekt als „Paten“ engagieren wollen. Diese übernehmen eine Mittler- und Betreuungsfunktion zwischen Eltern und den sogenannten Scouts, die in regelmäßigen Unterrichtsstunden spielerisch auf die Verbesserung der Deutschkenntnisse der Kids hinarbeiten.

Das geschehe zumeist in der jeweiligen Familie und nach individueller Vereinbarung. Der Scout solle seinerseits auch Kontakt zu Kindergärtnerinnen und Lehrern des von ihm betreuten Kindes halten. Vor allem dann, wenn es Auffälligkeiten gebe, die nicht mit den Schwächen in der Deutschen Sprache zu erklären seien. Wo es an „Paten“ mangele, sei Horny auch für die „Single-Scouts“ die zentrale Anlaufstelle. Zu Beginn, als in Iserlohn die erste Aktion anlief, waren zwei Sprachpädagogen als Scouts im Einsatz; inzwischen würden die Rotary Clubs als Auftraggeber auf Oberschüler und geeignete, reifere Jugendliche setzen.

Sie werden per kurzer Schulung auf ihren Einsatz für Integration und Chancengleichheit in Sachen Bildung vorbereitet. Für jede Stunde Sprachförderung zahlen die Eltern dem Scout vier Euro, der Club steuere die gleiche Summe bei. „Ein Scout bekommt also acht Euro pro Stunde“, sagte Professor Renvert und betonte die Vorteile des sozialen Engagements:

„Man lernt eine andere Kultur kennen, gewinnt neue Freunde und pädagogische Erfahrung. Außerdem erhält jeder Scout nach Abschluss seiner Tätigkeit ein Zertifikat.“ Seit Jahresbeginn sei das Angebot in „abgespeckter Form“ für Flüchtlingskinder erweitert worden. Dabei „bespaßt“ ein Scout die Lernwilligen in Dreiergruppen.

Wer eine solche verantwortungsvolle Aufgabe übernehmen möchte, kann sich in der Stadtbücherei melden. Derzeit sind in Altena zwei, in Werdohl sieben und in Neuenrade 15 Scouts tätig. Die 13-jährige Luna Pielhau ist einer von ihnen und seit einem Vierteljahr dabei. „So lange ich die Zeit habe, werde ich das machen“, sagte die Schülerin der Hönnequell-Schule. Weitere Scouts würden gesucht.

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