Stefan Langenbach und die Wonderboys begeistern im Kulturschuppen

BVB und Rock’n’Roll: Fußballfan rockt Lesung

Passend zu einem Abend mit Musik und Fußball kamen einige Zuhörer mit BVB-Schal und Trikot in den Kulturschuppen. Nach jeder Einlage der Wonderboys gab es begeisterten Applaufs.

Neuenrade -  An der Hand von Onkel Atze geht es für Tom erstmals ins Fußballstadion. Der Junge ist sieben Jahre alt. Entsprechend beeindruckt ist er von der Kulisse: das Spiel auf den Feld, johlende Fans, geschwenkte Fahnen. Tom ist verwirrt: „Es ist alles bunt.“ Bis dahin kannte er die Spiele des BVB nur aus dem Fernsehen – und der lieferte damals nur Bilder in schwarz-weiß.

Die erste Geschichte im Buch „BVB und Rock’n’Roll“ von Stefan Langenbach spielt 1975. Mit ihr eröffnete der Autor aus Plettenberg am Samstag seine Lesung im Kulturschuppen an der Bahnhofstraße. Rund 50 Zuhörer verfolgten die Entwicklung des Jungens Tom zum langjährigen Borussia-Fan und Freizeit-Rocker. Denn: Spätestens ab der Pubertät spielte bei Tom neben dem Fußball auch Rockmusik eine entscheidende Rolle. Queen und Deep Purple sei dank.

Stefan Langenbach inszenierte das Buch mit deutlich autobiographischen Zügen in Form eines Experiments. Er verband Lesung und Konzert. Beim Vorlesen nahm er sein Publikum mit ins Dortmunder Westfalenstadion. Dazwischen gab es als Sänger der Band Wonderboys alles. Unterstützt von Carsten Langenbach, Jens Maslo und Volker Sulitze gab es Blues von Interzone oder ein Medley von Udo Lindenberg, Extrabreit, Ideal und Ton, Steine, Scherben auf die Ohren.

Der Wechsel vom konzentrierten Vorlesen mit Brille zur Frontman-Show der Wonderboys brachte Stefan Langenbach ins Schwitzen. Bei den Zuhörern kam sein Einsatz gut an. Das Experiment, Lesung und Konzert zu vereinen, gelang. Wenn das Publikum auch trotz lauter Rockmusik artig auf den Plätzen sitzen blieb, so wippte es doch begeistert mit und bedankte sich für jeden Song mit begeistertem Applaus.

Neun Geschichten für 40 Jahre Fan- und Rock-Geschichte. Da wird einerseits die Leidensfähigkeit des Jungen auf die Probe gestellt: Tom ist 11, es ist die Saison ‘77/’78. Borussia Mönchengladbach watscht den BVB mit 12:0 ab. Tom will seine Fanfahne verbrennen. Andererseits entdeckt er die Leidenschaft zur Rockmusik, greift bald selbst zum Instrument. Sein Kassettendeck ächzte unter den endlosen Betriebsstunden. Wie Stefan Langenbach landet Tom schließlich als Sänger am Mikrofon. Jahre später spielt er in einer Band – und seine Dortmunder besiegen Bielefeld mit 11:1. Anhand realer Spiele nimmt Langenbach seine Zuhörer mit bis ins Jahr 2015. Mit bis zu dem Spiel, bei dem Tom seinem siebenjährigen Sohn erstmals das Westfalenstadion zeigt.

Das Buch „BVB und Rock’n’Roll – 09 Geschichten eines Lebens zwischen Westfalenstadion und Rockpalast“ des Plettenbergers Stefan Langenbach erschient im Februar 2016 im Arete Verlag. Es hat 189 Seiten und ist für rund 13 Euro im Handel erhältlich.

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