Rattengift: Katzen müssen stationär behandelt werden

Haben Katzen Rattengift gefressen, müssen sie schnell zum Tierarzt.

Affeln - Der Schock sitzt bei der Affelner Familie immer noch tief, die sich in der Redaktion meldete, um folgenden Fall zu schildern. Sie hat momentan die Betreuung eines Katzen-Pärchens aus der Nachbarschaft übernommen, deren Besitzerin verreist ist. Doch vor ein paar Tagen ging es den Tieren urplötzlich sehr schlecht. „Sie erbrachen leuchtend blaue und rosafarbene Körner“, schildert die Mutter die Situation und handelte sofort. Die Vermutung lag nahe, dass die Vierbeiner Gift gefressen hatten.

Dies bestätigte schließlich auch der tierärztliche Notdienst in Affeln. Aufgrund der unterschiedlichen Farben vermutet Tierarzt Dr. Stephan Schweizer, dass es sich um zwei Gifte handelte – Rattengift sowie Schneckenkorn.

Der Zustand der Tiere war sehr kritisch. Mehrere Tage mussten die Katzen in der Tierarztpraxis stationär behandelt werden. Jetzt sind sie zwar wieder zuhause, gesund sind sie allerdings noch nicht – ob sie das wieder werden, bleibt immer noch abzuwarten. „Eine Katze kann einfach nicht mehr gerade laufen. Sie fällt immer wieder um“, schildert die Affelnerin die aktuelle gesundheitliche Situation. Folgeschäden des Giftes, meint auch Dr. Schweizer: „Das deutet darauf hin, dass das zentrale Nervensystem geschädigt wurde“. Der Tierarzt geht dennoch davon aus, dass beide Tiere überleben werden –nicht nur dank des engagierten Handels seiner Kollegin im Notdienst, sondern auch dank des umsichtigen Handels der Affelnerin, die die Tiere umgehend in die Praxis brachte.

Nur kurze Zeit nach diesem Vorfall, scheint ein weiteres Tier die blau- und rosafarbenen Kügelchen gefressen zu haben. Ein Gartenbesitzer fand blaue und rosafarbene Köder in seinem Garten, die erbrochen waren. „Von diesem Tier fehlt bisher jede Spur. Sicherlich ist es qualvoll verendet“, vermutet die Affelnerin und will sich lieber nicht ausmalen, was passiert wäre, wenn diese leuchtenden Perlen in Kinderhände gelangt wären.

Köder für Kinder unzugänglich auslegen

Die eindringliche Bitte der Tierarztpraxis und der Nachbarschaft rund um den Lambertusweg lautet daher, die Köder im eigenen Garten unbedingt nur so auszulegen, dass sie ausschließlich von Nagern gefressen werden und nie von Kindern in einem unbeobachteten Moment entdeckt werden können.

Die Behälter sollte man zudem auf jeden Fall „immer wegsperren“, so Tierarzt Dr. Stephan Schweizer. Rattengift verursacht erst nach einiger Zeit innere Blutungen. Bis dies bemerkt wird, kann es oft schon zu spät sein. Vielleicht empfiehlt sich daher die Überlegung: Wer die Substanzen nicht so auslegen kann, dass Haustiere und vor allem Kinder sie nicht entdecken können, sollte vielleicht darauf verzichten, oder nach Alternativen schauen. Auf jeden Fall sollten Nachbarn informiert werden, sobald Gift ausgelegt ist – zum Schutz von Kindern und Haustieren.

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